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Elon Musk hat ASML in der Öffentlichkeit gelobt, doch hinter den Kulissen sorgt sein Besuch für Unruhe. Der Tech-Milliardär wurde eingeladen, auf einer internen Konferenz des Chipmaschinenherstellers aus Veldhoven zu sprechen. Ein Teil der Belegschaft droht mit einem Boykott der Veranstaltung, da sie der Meinung ist, dass Musks Ansichten nicht zu den Werten des Unternehmens passen.
Laut dem Eindhovens Dagblad wurde Musk gebeten, am Donnerstag per Videokonferenz bei einer geschlossenen Veranstaltung für ASML-Mitarbeiter zu sprechen. Dort soll er seine Vision zu künstlicher Intelligenz, Robotik, Raumfahrt und Halbleiterfertigung darlegen.
Diese Einladung stößt intern nicht bei allen auf Zustimmung. Mitarbeiter sollen auf einem internen Kommunikationskanal geschrieben haben, dass Musks Ansichten den Kernwerten von ASML, darunter Gleichheit und Inklusivität, widersprechen. Auch seine politischen Äußerungen und seine Haltung zu Europa werden kritisiert.
Wie groß die Gruppe der Mitarbeiter ist, die die Veranstaltung boykottieren will, ist unklar.
ASML bestätigt die Einladung von Musk. Laut dem Unternehmen werden häufig Technologieführer gebeten, ihre Einblicke mit den Mitarbeitern zu teilen. Die Themen, über die Musk spreche, seien laut ASML direkt relevant für die Chipindustrie.
Der Vorfall erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit, nachdem Musk auf einen Artikel von NU.nl zur Einladung reagierte. Auf X schrieb er, ASML sei „arguably the greatest company in Europe“. Frei übersetzt: Laut Musk ist ASML vielleicht das beste Unternehmen Europas.
Damit scheint Musk den niederländischen Chipmaschinenbauer gezielt umwerben zu wollen. Das hat seinen Grund. Anfang dieses Jahres kündigte er an, eine riesige Chipfabrik in Texas errichten zu wollen. Dieses Projekt, Terafab, soll von Tesla, SpaceX und Intel umgesetzt werden.
Für eine solche Megafabrik sind die fortschrittlichen Maschinen von ASML von großer Bedeutung. ASML ist weltweit eines der wenigen Unternehmen, das Maschinen herstellt, mit denen die modernsten Chips produziert werden können. Ohne diese Technologie wird es schwierig, Musks Ambitionen in den Bereichen KI, Raumfahrt und Robotik zu verwirklichen.
ASML erklärt, dass die Einladung an Musk im Kontext des Terafab-Projekts erfolgt ist. Laut dem Unternehmen wird Musk durch dieses Projekt Teil des breiteren Ökosystems der Halbleiterindustrie.
„Viele Unternehmen, darunter ASML, werden innerhalb dieses Projekts zusammenarbeiten“, so das Unternehmen in einer Erklärung. Gleichzeitig betont ASML, dass man sich weiterhin für ein inklusives Arbeitsumfeld einsetze, in dem sich die Mitarbeiter geschätzt und respektiert fühlen.
Genau hier liegt das Problem. Für die Unternehmensleitung ist Musk vor allem ein einflussreicher Technologieführer mit Plänen, die die Zukunft der Chipbranche betreffen. Kritische Mitarbeiter sehen in ihm jedoch auch eine umstrittene öffentliche Figur, deren Äußerungen und politische Haltung nicht von seinem geschäftlichen Image zu trennen sind.
Ob Musks Charmeoffensive in Veldhoven etwas an diesem Widerstand ändern wird, bleibt abzuwarten. Sein Kompliment an ASML kam auf X gut an. Doch innerhalb des Unternehmens scheint die Diskussion über seinen Besuch damit nicht einfach vom Tisch zu sein.
Alles scheint sich derzeit um künstliche Intelligenz zu drehen. Wer nicht mitzieht, verliert nach Ansicht des Kolumnisten den Anschluss.
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