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Morgan Stanley hat gestern sein Krypto-Handelsangebot freigeschaltet. Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Solana (SOL) sind damit nun bei einer der größten Banken der Wall Street verfügbar. 8,6 Millionen US-Amerikaner können Kryptowährungen künftig mit wenigen Klicks direkt aus ihrer vertrauten Bankumgebung heraus kaufen.
Die Nachricht hatte sich seit fast einem Jahr abgezeichnet. Im vergangenen September kündigte Morgan Stanley an, dass die Anlageplattform E*TRADE den Handel mit Kryptowährungen anbieten werde. Schon damals wurden Bitcoin, Ethereum und Solana genannt.
Auch der Partner stand bereits fest. Zero Hash, ein US-Anbieter für Krypto-Infrastruktur, sollte die Abwicklung im Hintergrund übernehmen. Auch die Verwahrung der Coins liegt bei dem Unternehmen.
Das hat Folgen für den Schutz der Kundengelder. Für diese Konten gilt keine Absicherung durch FDIC oder SIPC, jene US-Sicherungssysteme, die Guthaben bei einer insolventen Bank oder einem zusammengebrochenen Broker bis zu einer bestimmten Höhe ersetzen.
Das soll sich noch ändern. Die Bank will die Kryptodienste bei Morgan Stanley Digital Trust bündeln, einer eigenen Trustbank, die sich derzeit noch im Aufbau befindet.
Im Mai startete ein Test mit einer begrenzten Nutzergruppe. Dieser Probelauf ist nun abgeschlossen, der Dienst wird für alle berechtigten Kunden geöffnet.
Morgan Stanley brachte Anfang April einen eigenen Bitcoin-Fonds auf den Markt und wurde damit zur ersten US-Bank, die ein börsengehandeltes Engagement in den Coin ermöglicht. Zudem laufen bei der Bank Anträge für Ethereum- und Solana-Fonds, zugleich arbeitet sie an einer eigenen Krypto-Wallet.
E*TRADE gehörte einst zu den ersten Online-Brokern der Welt und wurde bei US-Privatanlegern zu einem bekannten Namen. 2020 übernahm Morgan Stanley das Unternehmen für rund 13 Milliarden Dollar.
Seitdem dient die Plattform als Kanal für selbstständige Anleger, die ihr Portfolio ohne Berater über Website oder App verwalten.
Ende März zählte dieser Kanal 8,6 Millionen Haushalte mit einem Vermögen von insgesamt rund 1,56 Billionen Dollar, wie aus dem Finanzanhang der Bank hervorgeht.
Der Kryptobestand erscheint in derselben Übersicht wie Aktien und der übrige Teil des Portfolios. Genau darin liegt das Verkaufsargument: Bequemlichkeit, kombiniert mit dem Vertrauen in eine Bank, die 10 Billionen Dollar an Kundenvermögen betreut.
Allerdings kostet das 0,50 Prozent pro Transaktion. Innerhalb der Gruppe klassischer Retail-Anbieter ist das günstig, liegt aber deutlich über den Gebühren der meisten Krypto-Börsen.
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