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Microsoft erlebt den schwächsten Börsenmonat seit der Finanzkrise 2008. Anleger haben die Aktie in den vergangenen Wochen in großem Stil verkauft, weil sie die milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz und deren künftige Rentabilität zunehmend infrage stellen. Seit Anfang Juni wurden mehr als 530 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

Zwar erholte sich die Aktie am Montag leicht, dennoch steuert Microsoft weiter auf den größten monatlichen Kursverlust seit fast 17 Jahren zu.

Microsoft koers daalt
Microsoft-Aktie fällt – Quelle: Google Finance

KI-Investitionen belasten Microsoft

Microsoft setzt konsequent auf künstliche Intelligenz und stellt dafür Hunderte Milliarden Dollar bereit. Investoren zweifeln jedoch zunehmend daran, ob sich diese gewaltigen Ausgaben am Ende auszahlen werden. Zugleich wächst die Sorge, dass KI die Nachfrage nach klassischer Software wie Word, Excel und anderen Office-Programmen eher bremsen könnte.

„Ob Microsoft Word oder Excel durch KI irgendwann entbehrlich werden, ist noch offen“, sagt Jack Ablin, Chef-Anlagestratege bei Cresset Wealth Advisors. „Die enormen Investitionen bereiten Anlegern aber sichtbar Sorgen, zumal viele Unternehmen dafür zusätzliches Fremdkapital aufnehmen müssen.“

Diese Bedenken nahmen Ende April weiter zu, als Microsoft enttäuschende Wachstumszahlen für seine Cloud-Sparte Azure vorlegte. Zusätzlich kündigte der Konzern an, bis Ende Dezember rund 190 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren – deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten.

Nach Einschätzung von Brad Reback, Analyst bei Stifel, setzen diese hohen Ausgaben die Gewinnmargen unter Druck. Er senkte deshalb sein Kursziel für Microsoft von 415 auf 400 Dollar.

Niedrigere Bewertung lockt Schnäppchenjäger an

Der deutliche Kursrückgang hat die Bewertung von Microsoft spürbar gedrückt. Die Aktie wird inzwischen mit etwa dem 19-Fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns gehandelt. Damit liegt sie unter der durchschnittlichen Bewertung des S&P 500 und weit unter dem Microsoft-Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von rund dem 27-Fachen des Gewinns.

Das ruft prominente Investoren auf den Plan. Michael Burry, der mit seiner erfolgreichen Wette gegen den US-Häusermarkt weltbekannt wurde und im Film The Big Short eine zentrale Rolle spielte, kaufte zuletzt Call-Optionen auf Microsoft mit Laufzeit bis 2028. Sein Engagement sorgte am Freitag für zusätzlichen Optimismus, die Aktie legte daraufhin um mehr als fünf Prozent zu.

Nicht alle Anleger wagen jedoch bereits den großen Einstieg. Keith Fitz-Gerald von der Fitz-Gerald Group hält Microsoft auf dem aktuellen Kursniveau zwar für attraktiv bewertet, begrenzt seine Position wegen der Unsicherheit rund um KI aber bewusst.

Seiner Ansicht nach könnte sich die Aktie kräftig erholen, sobald die massiven KI-Investitionen in höhere Gewinne münden. Bis dahin dürfte die Debatte über den wirtschaftlichen Wert von KI den Microsoft-Kurs weiter belasten.

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