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Microsoft leitet bei Xbox eine umfassende Neuordnung ein. In der Gamesparte fallen in den kommenden zwölf Monaten rund 3.200 Stellen weg, etwa 20 Prozent der Belegschaft. Zudem trennt sich der Konzern von fünf eigenen Gamestudios.
Mit dem Schritt will der Softwarekonzern die defizitäre Sparte wieder profitabel machen. Zugleich fließen weiter Milliarden Dollar in Investitionen in künstliche Intelligenz.
Xbox-Chefin Asha Sharma benennt die Probleme in einem internen Schreiben ungewöhnlich offen. Die Gamesparte befinde sich finanziell in einer ungesunden Situation, heißt es darin. Die Gewinnmargen lägen derzeit drei- bis zehnmal niedriger als bei vergleichbaren Unternehmen. Ein Eingreifen sei daher unvermeidlich.
Obwohl Microsoft in den vergangenen Jahren Milliarden in Xbox investierte, blieben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück. Die Übernahme von Activision Blizzard für 69 Milliarden Dollar sollte der Sparte neuen Schwung geben, größere neue Erfolge blieben jedoch aus. Gleichzeitig ging der Absatz der Xbox-Konsolen weiter zurück, während Game Pass deutlich langsamer wuchs als von Microsoft erhofft.
Sharma hatte bereits im vergangenen Monat gewarnt, dass die interne Profitabilitätsmarge von Xbox auf nur noch drei Prozent gefallen sei. Auch der Umsatz stehe unter Druck. „So könne es nicht weitergehen“, schrieb sie damals an die Mitarbeiter.
Von den angekündigten 3.200 Entlassungen werden 1.600 bereits am Montag wirksam. Die übrigen Stellen sollen in den kommenden zwölf Monaten gestrichen werden. Parallel baut Microsoft außerhalb der Xbox-Sparte weitere 3.200 Arbeitsplätze ab, vor allem in den Vertriebsabteilungen. Damit summiert sich die Zahl der angekündigten Entlassungen auf 6.400. Das entspricht weniger als drei Prozent der weltweiten Belegschaft von rund 228.000 Mitarbeitern.
Die Neuordnung trifft nicht nur Tausende Mitarbeiter. Sie markiert auch eine Abkehr von der Xbox-Strategie, möglichst viele Entwicklerstudios unter dem eigenen Dach zu bündeln.
Ninja Theory, bekannt durch Hellblade, und Undead Labs, das Studio hinter State of Decay, sollen an bislang nicht genannte Käufer verkauft werden. Beide Studios werden ihre laufenden Projekte Senua und State of Decay 3 dennoch für Xbox fertigstellen.
Double Fine, der Entwickler von Psychonauts, und Compulsion Games, bekannt durch South of Midnight, werden wieder eigenständige Unternehmen. Sie gehen zurück an ihre ursprünglichen Gründer, behalten die Rechte an ihrem geistigen Eigentum und erhalten finanzielle Unterstützung für den Übergang.
Auch Arkane Studios im französischen Lyon, das derzeit an Blade arbeitet, steht für einen Verkauf oder eine Verselbstständigung zur Disposition. Wegen des französischen Arbeitsrechts dürfte dieser Prozess mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Auffällig ist, dass alle fünf Studios in der Ära des früheren Xbox-Chefs Phil Spencer übernommen wurden. Mit den Zukäufen wollte Microsoft Game Pass durch ein größeres Angebot exklusiver Titel attraktiver machen. Diese Strategie brachte nach Angaben des Konzerns jedoch nicht das erwartete Wachstum. Xbox stößt deshalb nun einen Teil seines Studioportfolios wieder ab.
Microsoft betont, dass die Neuordnung nicht zur Einstellung bereits angekündigter Spiele führt. Stellen fallen jedoch in nahezu allen Bereichen von Xbox weg, damit der Konzern mehr Mittel auf die größten und profitabelsten Franchises konzentrieren kann.
Auch ZeniMax erhält eine neue Ausrichtung. Der Publisher soll sich künftig stärker auf etablierte Marken wie Fallout, The Elder Scrolls, Doom, Quake und Wolfenstein konzentrieren. Microsoft setzt damit klar auf Reihen, die sich bei einem großen Publikum bereits bewährt haben.
Zudem will Xbox die Organisation vereinfachen. Die Zahl der Managementebenen wird reduziert, Studios sollen enger zusammenarbeiten und Entscheidungen schneller getroffen werden. Nach Darstellung von Microsoft soll dieser stärker zentralisierte Ansatz dafür sorgen, dass neue Spiele effizienter entwickelt und schneller auf den Markt gebracht werden.
Nach den Worten von CEO Asha Sharma geht es bei der Neuordnung nicht um Schrumpfung, sondern um Fokussierung. Sie will aus Xbox ein effizienteres Unternehmen machen, das langfristig eine Milliarde täglich aktive Spieler erreicht.
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