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Die Aktien der Chiphersteller Micron und AMD verzeichneten am Montag einen bemerkenswerten Sprung an der Wall Street. Micron stieg um mehr als zehn Prozent und erreichte sogar einen neuen Rekordkurs, während AMD um über sieben Prozent zulegte.
Anleger reagierten positiv auf eine Kombination aus abnehmenden geopolitischen Spannungen und der anhaltend hohen Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz (KI).
Der unmittelbare Auslöser für die Rally war eine breit angelegte Erholung an den Finanzmärkten. Nach Berichten über eine vorläufige Einigung zwischen den USA und Iran nahm die geopolitische Unsicherheit ab. Gleichzeitig fiel der Ölpreis stark, was die Risikobereitschaft der Anleger erhöhte.
Besonders Technologieunternehmen profitierten davon. Der Nasdaq legte um etwa drei Prozent zu, während der Dow Jones einen neuen Rekordstand erreichte. Auch der Philadelphia Semiconductor Index, der wichtigster Indikator für die Chipbranche, schloss auf einem Rekordniveau. Innerhalb dieser Aufwärtsbewegung zählten Micron und AMD zu den größten Gewinnern.
Für Micron spielte nicht nur das verbesserte Marktumfeld eine Rolle. Die Aktie erhielt zusätzlichen Rückenwind, da mehrere Analysten ihre Kursziele deutlich anhoben. Ein Analyst von TD Cowen erhöhte sein Kursziel sogar um 127 Prozent.
Die optimistischen Erwartungen basieren vor allem auf der explosiven Nachfrage nach HBM-Speicher (High Bandwidth Memory). Diese Speicherart ist essenziell für leistungsstarke KI-Systeme und wird unter anderem in Chips von Nvidia und AMD eingesetzt.
Micron hatte zuvor mitgeteilt, dass die Produktion seines HBM-Speichers für die kommenden Quartale bereits vollständig ausverkauft ist. Aufgrund der starken Nachfrage und des begrenzten Angebots könnten sowohl die Preise als auch die Gewinnmargen trotz Konkurrenzdrucks hoch bleiben. Anleger blicken daher gespannt auf die Quartalszahlen, die das Unternehmen am 24. Juni präsentieren wird.
Auch AMD profitierte von der positiven Stimmung. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Konkurrenten von Nvidia im Bereich KI-Prozessoren und gilt als direkter Akteur im wachsenden Markt für Künstliche Intelligenz.
Die wiederkehrende Risikobereitschaft an der Börse verlieh der Aktie zusätzlichen Rückhalt. Gleichzeitig bleibt die strukturelle Nachfrage nach KI-Chips ein wichtiger Treiber für die starken Leistungen des Sektors.
Die Kurssprünge von Micron und AMD fügen sich in einen breiteren Trend ein, der seit dem Iran-Abkommen sichtbar ist. Anleger verlagern erneut Kapital in Wachstumssektoren wie Technologie, Halbleiter und sogar Krypto.
Dennoch warnen einige Analysten vor zu großem Optimismus. Ein Teil des jüngsten Anstiegs könnte durch Short Squeezes verstärkt worden sein, bei denen Anleger, die auf Kursrückgänge gesetzt hatten, gezwungen sind, ihre Positionen zurückzukaufen. Das kann Anstiege vorübergehend vergrößern.
Außerdem sind viele Chipaktien in diesem Jahr bereits stark gestiegen. Dadurch liegen die Erwartungen für künftige Quartalszahlen hoch, insbesondere bei Micron.
In den kommenden Tagen richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Federal Reserve. Die US-Zentralbank berät diese Woche über die Zinspolitik. Mögliche Signale zu künftigen Zinssenkungen oder wirtschaftlichen Aussichten könnten entscheidend für das Sentiment an den Finanzmärkten und damit auch für die Kursentwicklung von KI-bezogenen Aktien sein.
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