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Mastercard arbeitet an einer neuen Zahlungslösung, mit der künstliche Intelligenz (KI) eigenständig Transaktionen ausführen kann. Nach Einschätzung der Vermögensverwalterin und Marktanalystin Dr. Kamilah Stevenson passt die Technologie von Ripple dazu besonders gut. Sie verweist dabei auf den XRP Ledger (XRPL) und die neue Stablecoin RLUSD als mögliche Bausteine dieser Entwicklung.
Mastercard hat eine Beteiligung von Ripple zwar nicht offiziell bestätigt, Stevenson sieht jedoch auffällige Parallelen zwischen den jüngsten Ankündigungen beider Unternehmen. Aus ihrer Sicht bereiten sich große Akteure der Zahlungsbranche auf eine Zukunft vor, in der nicht nur Menschen, sondern auch Software eigenständig Finanztransaktionen ausführt.
In einem aktuellen YouTube-Video spricht Stevenson über das Pilotprogramm „Agent Pay for Machines“, das Mastercard nach ihren Angaben um den 10. Juni 2026 gestartet hat. Das Projekt soll KI-Systemen und Softwareprogrammen ermöglichen, Zahlungen eigenständig zu autorisieren und abzuwickeln, ohne menschliches Eingreifen.
Nach Angaben von Stevenson nehmen mehr als 30 Unternehmen an dem Test teil. Sie nennt unter anderem Stripe, Coinbase, OKX und Ripple. Mastercard hat diese Teilnehmerliste jedoch nicht öffentlich bestätigt.
Der Pilotversuch richtet sich auf sogenannte Machine-to-Machine-Zahlungen. Dabei bezahlen Computer automatisch für digitale Dienste, etwa Rechenleistung, Daten oder den Zugriff auf Software über eine API. Solche Mikrotransaktionen können tausendfach pro Stunde anfallen. Stevenson zufolge braucht es dafür Zahlungsnetze, die Transaktionen schnell, günstig und nahezu in Echtzeit verarbeiten können.
Stevenson zufolge geht es bei der Entwicklung nicht in erster Linie um XRP selbst, sondern vor allem um die dahinterstehende Ripple-Technologie.
Der XRP Ledger ist das Blockchain-Netzwerk, auf dem Transaktionen verarbeitet werden. RLUSD ist die Stablecoin von Ripple, deren Wert an den US-Dollar gekoppelt ist. Wegen dieser Wertstabilität ist RLUSD aus Sicht von Stevenson für geschäftliche Anwendungen interessant, bei denen Preisschwankungen unerwünscht sind.
Am 11. Juni 2026 stellte Ripple zudem das XRPL AI Starter Kit vor. Dieses Toolkit unterstützt Entwickler beim Aufbau von KI-Agenten, die eigenständig Zahlungen mit XRP und RLUSD senden und empfangen können. Dafür kommt ein Echtzeit-Zahlungsprotokoll zum Einsatz, das speziell für Software-zu-Software-Transaktionen entwickelt wurde.
Nach Einschätzung von Stevenson ergänzen sich die Ankündigungen von Mastercard und Ripple.
„Beide Entwicklungen gehören zur gleichen Infrastruktur. Finanzinstitute könnten eine regulierte Stablecoin wie RLUSD nutzen, während Entwickler im offenen Ökosystem sowohl XRP als auch RLUSD einsetzen können.“
In der Kryptobranche wird immer wieder darüber spekuliert, dass RLUSD langfristig die Rolle von XRP übernehmen könnte. Stevenson geht dagegen davon aus, dass beide digitalen Vermögenswerte nebeneinander bestehen bleiben.
Ihrer Ansicht nach ist RLUSD vor allem als stabiler digitaler Dollar für Unternehmen und Finanzinstitute gedacht. XRP bleibe zugleich wichtig für schnelle Zahlungen und Liquidität im offenen Netzwerk des XRP Ledger.
Auch wenn der XRP-Kurs Stevenson zufolge bislang keine größere Reaktion zeigt, hält sie die technologische Entwicklung für weiter fortgeschritten, als es der Markt derzeit einpreist.
Vorerst bleibt es jedoch bei einem Pilotprojekt. Mastercard hat noch keinen Zeitplan für eine breitere Einführung genannt und auch nicht offiziell bestätigt, dass Ripple Teil der Initiative ist. Stevensons Aussagen zeigen vor allem, wie Analysten die jüngsten Entwicklungen einordnen und welche Rolle sie dem XRP Ledger und RLUSD beim Aufkommen KI-gesteuerter Zahlungen zuschreiben.
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