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Es ist lange her, dass XRP eine länger anhaltende Aufwärtsbewegung gezeigt hat. Zwischendurch gibt es zwar immer wieder Erholungen, doch in den vergangenen Wochen findet die Kryptowährung von Ripple keinen Halt. Warum gelingt dem Kurs der Ausbruch nach oben nicht?
Seit mehr als zwei Monaten bewegt sich der XRP-Kurs weitgehend in derselben Spanne. Nur Mitte Juni gelang kurz ein kleiner Ausbruch nach oben. Auffällig bleibt aber: Jeder Anstieg wird schnell wieder abverkauft.

Warum entwickelt sich XRP so schwach?
Wie so oft an den Finanzmärkten gibt es mehrere Erklärungen für die Kursentwicklung:
1. Auch Bitcoin steckt seit Längerem in einer zähen Handelsspanne
Wie XRP bewegt sich auch der Marktführer seit Anfang Juni seitwärts. Das Handelsvolumen nimmt ab, Anleger werden vorsichtiger, und damit sinkt auch das Interesse an Altcoins wie XRP.

2. Inflationssorgen rücken wieder in den Vordergrund
Die vorläufige Einigung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten ist geplatzt. Der Ölpreis ist wieder gestiegen, und damit sind auch die Inflationssorgen zurück. Der Markt rechnet mit Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Das ist kein Umfeld, in dem risikoreiche Anlagen wie XRP üblicherweise florieren.
Der Dollar legt zu, die Renditen von Staatsanleihen sind auf historische Höchststände gestiegen. Das belastet Gold, Aktien, Bitcoin und auch XRP.
3. Wichtiges Kryptogesetz droht zu scheitern
Ein weiterer Faktor ist der amerikanische CLARITY Act, der weiterhin im Senat feststeckt. Das Repräsentantenhaus hatte dem Gesetz bereits im vergangenen Jahr zugestimmt. Es soll klare und verbindliche Regeln für den Handel mit und die Nutzung von Kryptowährungen in den Vereinigten Staaten schaffen. Im Senat liegt der Entwurf jedoch seit dem 1. Juni wegen eines Streits über Ethikregeln für abstimmende Politiker auf Eis.
Diese Woche gilt als letzte Chance vor der Sommerpause, auch wenn Senatorin Cynthia Lummis, eine der prominentesten Krypto-Befürworterinnen in Washington, die Tür offenhält. Ihrer Einschätzung nach könnte der Senat seine Sitzungen verlängern, um doch noch abzustimmen. Gelingt das nicht, könnte das Gesetz wegen der Zwischenwahlen bis 2027 verschoben werden.
4. ETF-Nachfrage lässt nach
Die amerikanischen XRP-ETFs verzeichnen zwar weiterhin Zuflüsse, mit denen XRP gekauft wird. Die Dynamik hat in den vergangenen Monaten jedoch spürbar nachgelassen. Im Mai flossen noch fast 132 Millionen Dollar zu, im Juni waren es 59 Millionen Dollar und im vergangenen Monat nur noch 27 Millionen Dollar.
Gestern verzeichneten die Fonds mit Abflüssen von 3,58 Millionen Dollar einen der schwächsten Tage seit ihrer Auflegung, wie Daten von SoSoValue zeigen.
XRP braucht vor allem einen überzeugenden Ausbruch von Bitcoin. Dafür müsste der Widerstand knapp oberhalb von 67.000 Dollar zurückerobert werden. Gelingt das bei ausreichendem Volumen, dürfte auch XRP wieder Aufwärtsdynamik aufbauen.
Dass es schnell gehen kann, zeigte XRP noch Anfang vergangenen Monats. Der Kurs legte damals binnen vier Tagen um fast 16 Prozent zu. Sollte der Bereich um 1,17 Dollar zur Unterstützung werden, läge die nächste Zielzone bei etwa 1,30 Dollar.
Doch so weit ist es noch nicht. Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert Ripples Kryptowährung bei etwas mehr als 1,04 Dollar. Das sind 1,91 Prozent weniger als am Vortag.
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