Laut dem Ökonomen Henrik Zeberg steuern die Aktienmärkte auf ein gefährliches Ende zu. In seiner jüngsten Analyse bezeichnet er die aktuelle Euphorie an den Finanzmärkten als ein „letztes Blow-off-Top“, das Finale einer jahrelangen, kreditgetriebenen Blase.
Aktien steigen, Fundamentaldaten schwanken
Zeberg, bekannt für seine pessimistischen Prognosen, schreibt auf seinem Substack, dass die Zuwächse bei Aktien, Immobilien und Kryptowährungen gefährlich weit von der zugrunde liegenden Wirtschaft losgelöst sind. Während Anleger Gewinne feiern, warnt er davor, dass diese Gewinne „eine kreditgetriebene Illusion von Wohlstand“ darstellen.
Die aktuelle Situation sei seiner Meinung nach eine direkte Folge der Politik nach der Finanzkrise 2008. Damals senkten die Zentralbanken die Zinsen auf null und pumpten Milliarden durch quantitative Lockerungen in die Märkte. Dies führte zu steigenden Preisen bei nahezu allen risikobehafteten Vermögenswerten, während Löhne, Produktivität und Wirtschaftswachstum zurückblieben.
US-Märkte extrem überbewertet
Insbesondere die Vereinigten Staaten bilden laut Zeberg das Epizentrum dieser Blase. Seit dem Tiefpunkt 2009 ist der S&P 500 um mehr als neunhundert Prozent gestiegen. Der gesamte Börsenwert der amerikanischen Aktien liegt inzwischen über 225 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das ist mehr als zu den Höchstständen 1929 und 2000.
Auch die Immobilienpreise liegen deutlich über den Niveaus vor der Finanzkrise. Technologiefirmen ohne Gewinne notieren zu exorbitanten Bewertungen. Alles deutet laut Zeberg auf das Ende eines historisch langen Bullenmarktes hin, mit der aktuellen Rallye als „letztem Aufbäumen“.
Zentralbanken verschlimmern die Lage
Den Märkten fehlt laut ihm jeglicher Bezug zur wirtschaftlichen Realität. Während das Wachstum nachlässt, steigen die Aktien weiter. Dieses Muster ging in der Vergangenheit oft größeren Crashs voraus.
Zeberg kritisiert auch das Vertrauen, das Anleger in die Zentralbanken setzen. Jahre der monetären Unterstützung hätten zu leichtsinnigem Verhalten, zu hohen Schulden und einem falschen Sicherheitsgefühl geführt. Das macht das System anfälliger für Erschütterungen.
„Illusion von Reichtum kann schnell verfliegen“
Er warnt davor, dass ein Großteil des aktuellen Wohlstands tatsächlich auf Schulden basiert. Wenn sich der wirtschaftliche Zyklus dreht, könnte dieser Wohlstand schnell verschwinden.
Zeberg zufolge steht der Markt vor einer heftigen Korrektur. Diese könnte nicht nur das Ende der post-2008-Ära des billigen Geldes bedeuten, sondern auch das Vertrauen in die Zentralbanken dauerhaft erschüttern.
Strategy pausiert Bitcoin-Käufe und setzt auf eigene Wertpapiere
Strategy kauft vorerst keine weiteren Bitcoin, sondern investiert Millionen in eigene Wertpapiere und schafft zusätzlichen finanziellen Spielraum für künftige Rückkäufe.
Besi-Aktie bricht nach drastischer Zielsenkung durch Morgan Stanley ein
Besi fällt an der Amsterdamer Börse deutlich, nachdem Morgan Stanley das Kursziel massiv gesenkt hat. Der Branchenkollege ASML legt dagegen zu.
Ist KI schon so klug wie der Mensch? Nvidia-Chef Jensen Huang sagt ja
Jensen Huang ist überzeugt, dass KI inzwischen auf menschlichem Niveau arbeitet. Wie begründet er das – und hält diese Aussage einer Prüfung stand?
Meist gelesen
Kryptoexperte erklärt, warum 1.000 XRP genügen könnten
Ein Finanzexperte geht davon aus, dass XRP nicht lange unter der Marke von 2 Dollar bleiben wird, und verweist auf drei Entwicklungen, die den Kurs stützen könnten.
Analyst: XRP könnte die größte verpasste Chance unseres Lebens werden
Nach Einschätzung eines Krypto-Investors könnte XRP zur größten verpassten Chance unseres Lebens werden. Deshalb sind die Erwartungen so hoch.
XRP-Kurs auf 60 Dollar? Experte nennt entscheidende Marke
Ein Analyst hält einen Anstieg des XRP-Kurses auf 60 Dollar für möglich, falls ein wichtiger Widerstand überwunden wird. Dafür wäre ein Kursanstieg von mehr als 4.000 Prozent nötig.
