Die London Stock Exchange Group (LSEG) hat eine neue Blockchain-Plattform gestartet, die private Fonds für Investoren zugänglicher machen soll.

Die Plattform, entwickelt in Zusammenarbeit mit Microsoft, soll eine Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und den Möglichkeiten digitaler Märkte schlagen. Die Frage ist, ob dies der Beginn einer breiteren Bewegung ist, bei der traditionelle Börsen zunehmend in Richtung Krypto und DeFi tendieren.

Private Fonds werden zugänglicher für Investoren

Die Plattform heißt Digital Markets Infrastructure (DMI) und unterstützt den gesamten Lebenszyklus von Investitionen, von der Ausgabe und Digitalisierung bis zur Abwicklung von Transaktionen. Laut LSEG läuft die Plattform auf Microsoft Azure und ist so gestaltet, dass sie mit bestehenden Finanzsystemen zusammenarbeiten kann. Damit möchte die Börse die erste sein, die Kunden weltweit bei allen Schritten der Kapitalbeschaffung unterstützt.

Die ersten Produkte, die über das System verfügbar gemacht werden, sind private Fonds. Das sind Investmentfonds, die normalerweise nur einer kleinen Gruppe großer Investoren zugänglich sind und daher für andere schwer zu finden sind. Über DMI können diese Fonds einfacher von Nutzern von Workspace, einer digitalen Plattform für Investoren, entdeckt werden. Auf diese Weise erhalten Fondsmanager neue Möglichkeiten, mit professionellen Parteien in Kontakt zu treten.

Die ersten Kunden sind MembersCap, eine Kapitalverwaltungsfirma, und Archax, eine in London ansässige und von der Financial Conduct Authority regulierte Krypto-Börse. MembersCap führte die erste Transaktion durch, wobei Archax als Vermittler für die Cardano Foundation auftrat.

Microsoft sieht schnelle Veränderung in der Finanzbranche.

Laut Bill Borden von Microsoft zeigt die Zusammenarbeit, wie schnell sich die Finanzbranche verändert. „Gemeinsam gestalten wir die Zukunft der globalen Finanzen und schaffen neue Möglichkeiten für Kunden“, sagte er.

Auch bei LSEG sind die Erwartungen hoch. Darko Hajdukovic, Leiter der Digital Markets Infrastructure, sagt, dass es eine große Nachfrage nach einem regulierten System gibt, das sowohl traditionelle Investitionen als auch digitale Assets verbinden kann. „Wir wollen Investoren einen besseren Zugang zu den Kapitalmärkten geben und mehr Liquidität schaffen.“

Das Interesse großer Finanzakteure an Blockchain-Technologie nimmt schnell zu. So testete JPMorgan zuvor mit Chainlink (LINK) ein System, um Transaktionen über verschiedene Blockchains gleichzeitig abzuwickeln. Laut Nelli Zaltsman von JPMorgan könnte die Verschmelzung von traditioneller und dezentraler Finanzwelt schneller voranschreiten, als viele Menschen erwarten.

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