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Der Krieg mit Iran betrifft nicht nur Öl, Gas und Schifffahrt. Auch der Markt für hochwertige Schmierstoffe steht unter Druck. Das könnte Folgen für Besitzer von Luxusautos und Supersportwagen haben, die auf spezielle Motoröle angewiesen sind.

Verknappung droht weltweit

Durch die Beeinträchtigungen in der Straße von Hormus droht ein weltweites Defizit an sogenannten Base Oils. Dabei handelt es sich um Grundöle, die für die Herstellung hochwertiger Schmierstoffe, darunter synthetisches Motoröl, verwendet werden.

Laut Argus Media könnten die Vorräte innerhalb eines Monats erschöpft sein, wenn keine neuen Lieferungen erfolgen. Dies würde die Produktion von Fertigschmierstoffen direkt beeinträchtigen.

Warum Supersportwagen anfällig sind

Vor allem Luxus-Sportwagen sind auf hochwertige Grundöle wie Gruppe-III- und Gruppe-IV-Öle angewiesen. Diese werden in Schmierstoffen verwendet, die extremer Hitze, hohen Drehzahlen und großem Druck standhalten.

Genau das ist es, was Motoren von Ferrari, Lamborghini und anderen Supersportwagen benötigen. Normale Öle sind dafür oft nicht geeignet.

Die Golfregion ist wichtig für diesen Markt. Laut Argus Media ist die Region für etwa 20 Prozent der weltweiten Kapazität für Group III-Base Oils verantwortlich. Europa bezog im letzten Jahr 72 Prozent seiner Importe aus dieser Region, die Vereinigten Staaten 47 Prozent.

Preise in Europa verdoppelt

Die Störungen machen sich bereits in den Preisen bemerkbar. In Nordeuropa haben sich die Preise für Group III-Base Oils seit Beginn des Iran-Krieges nahezu verdoppelt.

Dies liegt an mehreren gleichzeitigen Problemen: Weniger Schifffahrt durch die Straße von Hormus, Schäden an Shells Pearl Gas-To-Liquid-Anlage in Katar und Force-Majeure-Erklärungen von Produzenten in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten..

Auch Südkorea, ein großer Produzent von Base Oils, hat Exportbeschränkungen eingeführt für raffinierte Ölprodukte. Damit versucht das Land, die inländischen Bestände zu schützen.

Höhere Kosten für Autofahrer

Die Preissteigerungen werden letztlich an die Kunden weitergegeben. Wer einen Ölwechsel benötigt, muss mit höheren Preisen und geringerer Verfügbarkeit rechnen.

Einen Ölwechsel kann man aufschieben, aber nicht unbegrenzt. Besonders bei Hochleistungsmotoren kann zu spät durchgeführte Wartung großen Schaden verursachen. Dadurch entsteht eine unangenehme Situation: Wartung wird teurer, aber sie auszulassen ist riskant.

Laut ING ist ein Angebotsdefizit nahezu unvermeidlich, da die Produktion dieser Nischenprodukte stark auf Asien und den Nahen Osten ausgerichtet ist. Lieferzeiten können sich verlängern und die Lagerbestände bei den Händlern gehen schneller zur Neige.

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