Der Kupferpreis überschritt am Dienstag die Marke von 14.000 Dollar pro Tonne und nähert sich damit seinem Allzeithoch. Investoren setzen massiv auf weitere Anstiege, da die Nachfrage aus China zunimmt und globale Engpässe den Markt unter Druck setzen. Gleichzeitig spielt auch der KI-Hype eine immer größere Rolle, da Kupfer für Rechenzentren, Chips und elektrische Infrastrukturen unverzichtbar ist.
Der Anstieg kommt zu einem auffälligen Zeitpunkt. Trotz Bedenken über den fragilen Waffenstillstand rund um Iran bleiben Händler optimistisch in Bezug auf Rohstoffe, die von technologischem Wachstum und Knappheit profitieren.
Kupfermarkt unter zunehmendem Druck
Der Kupferpreis stieg an der London Metal Exchange auf über 14.100 Dollar pro Tonne. Damit nähert sich das Metall dem Rekordniveau von über 14.500 Dollar, das Anfang dieses Jahres erreicht wurde.

Analysten zufolge steht der Markt derzeit von mehreren Seiten unter Druck. So zieht die chinesische Nachfrage wieder an, während die Lagerbestände außerhalb der USA besonders niedrig bleiben. Zudem gibt es Probleme mit der Versorgung mit Schwefel aus dem Nahen Osten, das für bestimmte Formen der Kupferproduktion wichtig ist.
Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei ING, betont, dass der Markt dadurch extrem empfindlich auf zusätzliche Nachfrage reagiert. „Die Knappheit auf dem Kupfermarkt wird immer sichtbarer“, sagt sie.
Darüber hinaus kämpfen große Kupferminen in Afrika und Indonesien mit Produktionsproblemen. Einige Analysten erwarten daher in den kommenden Jahren einen signifikanten globalen Mangel.
KI-Boom sorgt für neue Nachfragewelle
Kupfer profitiert zunehmend vom Aufschwung der künstlichen Intelligenz. Das Metall wird in Stromnetzen, Servern, Chips und der Verkabelung von KI-Rechenzentren verwendet. Daher bewegt sich der Kupferpreis in den letzten Monaten auffallend oft im Einklang mit amerikanischen Technologieaktien.
Laut Bergbauanalyst Orest Wowkodaw steuert die Welt auf einen Mangel von 350.000 Tonnen Kupfer im Jahr 2027 zu. Vor zwei Monaten rechnete er noch mit einem deutlich ausgewogeneren Markt.
Er bezeichnet die aktuelle Situation als „perfekten Sturm“ für weitere Preissteigerungen. Die Nachfrage wächst seiner Meinung nach stark, während das Angebot kaum mithalten kann.
Auch Investoren scheinen darauf zu reagieren. Händler setzen zunehmend auf weitere Anstiege der Kupferpreise, trotz Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf die Weltwirtschaft.
Was bedeutet das für die Finanzmärkte?
Der steigende Kupferpreis wird von Investoren oft als Indikator für wirtschaftliche Aktivität und industrielles Wachstum gesehen. Ein starker Anstieg deutet meist auf eine zunehmende Nachfrage aus Sektoren wie Bau, Energie und Technologie hin.
Für die Finanzmärkte ist vor allem der Zusammenhang mit KI interessant. Die enormen Investitionen in Rechenzentren und Energieinfrastruktur führen nicht nur zu einer höheren Nachfrage nach Chips, sondern auch nach Rohstoffen wie Kupfer.
Das macht Kupfer derzeit zu einem der auffälligsten Rohstoffe des Jahres 2026. Seit Jahresbeginn ist der Preis um etwa dreizehn Prozent gestiegen, trotz erheblicher Schwankungen aufgrund von Spannungen im Nahen Osten.
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