Der Kryptomarkt macht diese Woche dort weiter, wo er letzte Woche aufgehört hat: mit Rückgängen. Während man zuvor noch von einer Zinssenkung in der nächsten Woche in Amerika überzeugt war, rudern viele nun wieder etwas zurück. In den kommenden Tagen dürften wir wahrscheinlich mehr Klarheit über die Pläne der Entscheidungsträger erhalten, doch es gibt genügend Signale, die darauf hindeuten, dass die gewünschte Lockerung vorerst ausbleibt.
Heute und Freitag sind für den Kryptomarkt entscheidend
Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) sind gestern auf ihre niedrigsten Kurse seit zwei Wochen gefallen. Die Stimmung hat seit letzter Woche klar gedreht. Bitcoin stieg auf ein neues Rekordhoch und Ethereum kam sehr nahe heran.
Alle Augen sind diese Woche auf die US-Zentralbank (Federal Reserve) gerichtet. Heute Abend um 20:00 Uhr werden die Protokolle der letzten Zinssitzung veröffentlicht. Der Zins wurde damals zum fünften Mal in Folge auf demselben (hohen) Niveau belassen.
Es war kein einstimmiger Beschluss und die Protokolle könnten mehr Einblick in die Uneinigkeit unter den Entscheidungsträgern geben. Anleger hoffen zu lesen, dass sich die Bank in Richtung Zinssenkung bewegt.
Zudem wird mit Spannung erwartet, was Vorsitzender Jerome Powell am Freitag auf der jährlichen Konferenz der Zentralbanker in Jackson Hole sagen wird.
Zentralbank in der Klemme
Obwohl der Großteil des Marktes für den nächsten Monat eine Lockerung erwartet (82,9 Prozent), gibt es fünf Gründe zu glauben, dass Powell standhaft bleibt:
- Höhere Preise durch Einfuhrzölle – Viele Unternehmen tragen die zusätzlichen Kosten derzeit selbst, doch laut Analysten können sie das nicht dauerhaft tun. Wenn sie diese später weitergeben, müssen die Verbraucher mehr bezahlen.
- Die Inflation bleibt hartnäckig – Der Produzentenpreisindex fiel letzte Woche deutlich höher aus als erwartet (was den Beginn der aktuellen Korrektur markierte). Es wird erwartet, dass die Verbraucher dafür die Rechnung zahlen.
- Gemischtes Bild der Wirtschaft – Es entstehen weniger neue Arbeitsplätze, aber die Menschen kaufen weiterhin viel.
- Unsichere Regeln und Politik – Zölle und politische Entscheidungen erschweren die Planung.
- Lehren aus der Vergangenheit – Bei früheren Handelszöllen stiegen die Preise ebenfalls erst später, weshalb die Zentralbank damals auch vorsichtig blieb.
Die Zentralbank befindet sich in einem schwierigen Spagat: steigende Inflation auf der einen Seite, eine abkühlende Wirtschaft auf der anderen. Für Entscheidungsträger ist dies eine besonders heikle Kombination, auch als Stagflation bekannt. Die Frage ist, welche Bedrohung die Bank am stärksten gewichtet.
Anleger hoffen inständig, dass die Bank die Wirtschaft mit Zinssenkungen ankurbeln will. Dann wird das Leihen von Geld billiger, wodurch mehr Geld in Umlauf kommt. So kann mehr Kapital in die Finanzmärkte fließen.
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