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Stellen Sie sich vor, ein Mitarbeiter Ihrer eigenen Bank droht damit, Ihre sensiblen Kundendaten im Internet zu veröffentlichen. Genau dieses Szenario schildert derzeit ein Krypto-Investor: Ein ehemaliger Angestellter der Neobank Revolut soll ihn erpresst haben, seine KYC-Daten zu veröffentlichen, sofern kein Lösegeld in Kryptowährungen gezahlt werde. Um den Druck zu erhöhen, wurden dabei offenbar sogar Familienangehörige des Opfers kontaktiert.
Hinter den Anschuldigungen steht der Krypto-Trader „TraderSZ“, der den Vorfall über die Plattform X öffentlich machte. Laut seinen Angaben nutzte der Ex-Mitarbeiter seinen internen Zugriff auf persönliche Informationen, um eine Lösegeldzahlung in Kryptowerten zu erzwingen.
Konkret geht es um Daten aus dem sogenannten KYC-Verfahren („Know Your Customer“). Diese obligatorische Identitätsprüfung verpflichtet Finanzinstitute dazu, Ausweisdokumente, Adressen und teils sensible Einkommensnachweise zu speichern, um Geldwäsche und Betrug vorzubeugen.
Im vorliegenden Fall eskalierte die Situation zusätzlich, als der Erpresser auch Verwandte des Traders kontaktierte, die ebenfalls Revolut-Kunden sind. Ihnen gegenüber wurde gedroht, die Daten publik zu machen, um einen massiven Reputationsschaden zu provozieren.
„Sie suchten gezielt nach Familienmitgliedern in der Datenbank, um mich zur Zahlung zu zwingen“, so der betroffene Trader.
Revolut ist eine britische Fintech-Bank, die 2015 gegründet wurde und rasant gewachsen ist. Im Jahr 2017 trat das Unternehmen in die Kryptowelt ein, indem es Kunden die Möglichkeit gab, über die App Bitcoin (BTC) und andere Coins zu kaufen und zu verkaufen. Im Oktober letzten Jahres erhielt das Unternehmen die MiCA-Lizenz, die es ihm ermöglicht, Krypto-Dienste in ganz Europa anzubieten.
Das Unternehmen hat den Vorfall bereits bestätigt und die zuständigen Behörden eingeschaltet. Ein Sprecher erklärte, dass das mutmaßliche Verhalten des ehemaligen Mitarbeiters derzeit untersucht werde.
„Dieser Fall betrifft illegale und strafbare Handlungen eines Dritten, bei dem es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter handelt.“
Dabei betont das Fintech-Unternehmen ausdrücklich, dass es sich nicht um einen klassischen Hack oder ein systemseitiges Datenleck handle.
Interne Prüfungen hätten ergeben, dass die Sicherheitssysteme und Datenschutzprotokolle von Revolut ordnungsgemäß funktioniert haben und keine verfahrenstechnischen Sicherheitslücken ausgenutzt wurden.
Dieser Fall unterstreicht einen besorgniserregenden Trend: Krypto-Anleger werden immer häufiger zum Ziel von Erpressungen – sowohl digital als auch physisch.
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