Die südkoreanische Kryptobörse Upbit wird beschuldigt, in großem Umfang gegen die Vorschriften zur Identifizierung von Kunden (KYC – Know Your Customer) verstoßen zu haben. Die Financial Intelligence Unit (FIU) der südkoreanischen Financial Services Commission (FSC) identifizierte zwischen 500.000 und 600.000 mögliche Verstöße bei der Überprüfung von Kundendaten, berichtete die südkoreanische Zeitung Maeil Business am 14. November.
Risiko einer Geldstrafe von 100 Millionen Won
Während der laufenden Lizenzbewertung stieß die FIU auf mutmaßliche Mängel in Upbits Kundenverifizierungen. Nutzer konnten Berichten zufolge Konten mit unvollständigen Angaben eröffnen, was laut Aufsichtsbehörden die korrekte Identifizierung der Kunden erschwert. Dies könnte Upbit in Konflikt mit den strengen KYC- und Anti-Geldwäsche-Protokollen (AML) bringen, die Südkorea seit 2018 für Kryptobörsen vorschreibt.
Dem Bericht zufolge droht Upbit eine Geldstrafe von 100 Millionen koreanischen Won (71.500 USD) pro Verstoß, zusätzlich zu möglichen Hindernissen bei der Verlängerung seiner Lizenz.
Untersuchung wegen Kartellrechtsverstößen läuft ebenfalls
Upbit, 2017 gegründet, ist eine der größten Kryptobörsen der Welt mit einem täglichen Handelsvolumen von rund 2,2 Milliarden USD. Diese Enthüllungen kommen zu einer Zeit, in der die Börse ebenfalls Gegenstand einer Untersuchung wegen möglicher Kartellrechtsverstöße ist. Die Untersuchung konzentriert sich auf die enge Zusammenarbeit zwischen Upbit und K-Bank, einer Bank, bei der mehr als 70 % der Einlagen mit Kryptowährungen verbunden sind. Im Oktober 2023 führte diese enge Verbindung dazu, dass K-Bank ihren geplanten Börsengang in Seoul im Wert von 732 Millionen USD zurückzog.
Die mutmaßlichen KYC-Verstöße und die Kartellrechtsuntersuchung erhöhen den Druck auf die südkoreanischen Behörden, strengere Maßnahmen im Kryptosektor in Erwägung zu ziehen, wodurch sowohl die Geschäftsaktivitäten von Upbit als auch die Stabilität der beteiligten Finanzinstitute unter verstärkte Beobachtung geraten.
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