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Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat in Moskau mehr als zwanzig Menschen bei einer groß angelegten Razzia gegen illegale Krypto-Wechselstuben festgenommen. Nach Angaben der russischen Behörden sollen die Büros genutzt worden sein, um Geld aus groß angelegtem Telefonbetrug zu waschen.
Der FSB führte die Durchsuchungen gemeinsam mit dem russischen Innenministerium durch. Insgesamt wurden neun illegale Finanzkanäle ins Visier genommen. Aus Büros im Moskauer Finanzviertel sollen täglich hohe Summen in Kryptowährungen getauscht und anschließend ins Ausland transferiert worden sein.
Nach Darstellung des FSB begann der Geldfluss bei Callcentern in der Ukraine, von denen aus russische Bürger telefonisch betrogen worden sein sollen. Das erbeutete Geld sei anschließend zu illegalen Wechselstuben in Moskau gebracht worden.
Dort sollen die Beträge in Kryptowährungen getauscht und anschließend aus Russland heraus transferiert worden sein. Durch die vorherige Umwandlung in digitale Coins sei es nach Angaben der Behörden schwieriger geworden, den endgültigen Verbleib der Gelder nachzuvollziehen.
Es könnte um erhebliche Summen gehen. In vom FSB veröffentlichten und von russischen Staatsmedien verbreiteten Videoaufnahmen sagte einer der Festgenommenen, an besonders geschäftigen Tagen hätten über ein einziges Büro bis zu 2 Millionen Dollar gewaschen werden können.
Der Fall zeigt, warum Ermittlungsbehörden den Einsatz von Kryptowährungen bei Geldwäsche genau beobachten. Digitale Coins werden in großem Umfang für legitime Zwecke genutzt, können aber ebenso wie traditionelles Geld dazu dienen, kriminelle Erlöse zu verschieben.
Auffällig ist, dass mehrere Verdächtige nach ihrer Festnahme angaben, sie hätten geglaubt, für russische Regierungsstellen zu arbeiten. Dabei nannten sie unter anderem den FSB und Rosfinmonitoring, die russische Behörde zur Überwachung verdächtiger Finanztransaktionen und zur Bekämpfung von Geldwäsche.
Nach Angaben des FSB wurden zudem junge Russen aus verschiedenen Landesteilen aus der Ferne angeworben, denen vergleichsweise leicht verdientes Geld versprochen worden sei. Ein Teil von ihnen soll kaum Finanzwissen gehabt haben.
Unter den Festgenommenen befinden sich junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Einige sollen als Kuriere Bargeld bei Opfern von Telefonbetrug oder in deren Namen abgeholt haben.
Dieses Geld sei anschließend zu den illegalen Krypto-Wechselstuben gebracht worden, wo es umgetauscht und weitergeleitet werden konnte. Die Kuriere bildeten damit nach Darstellung der russischen Behörden ein wichtiges Bindeglied zwischen den Opfern und dem Netzwerk, das die Gelder gewaschen haben soll.
Das russische Innenministerium hat ein Strafverfahren wegen groß angelegten Betrugs eingeleitet. Verdächtigen, die deswegen verurteilt werden, drohen nach russischem Recht bis zu zehn Jahre Haft.
Der FSB versucht unterdessen, weitere Opfer zu identifizieren und zusätzliche Beweise zu sichern. Zudem wird geprüft, ob ein Teil der verschwundenen Gelder zurückgeholt werden kann.
Das gesamte Ausmaß des Falls ist noch unklar. Die russischen Behörden haben nicht mitgeteilt, wie viel Geld über die neun Finanzkanäle abgewickelt wurde oder wie viele Menschen Opfer des mutmaßlichen Betrugs geworden sind.
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