Die kurze Erleichterungsrally im Kryptomarkt erwies sich als nicht nachhaltig. Der Bitcoin-Kurs erreichte am Mittwoch kurzzeitig 72.700 US-Dollar nach der angekündigten Waffenruhe zwischen den USA und Iran, fiel jedoch schnell wieder unter die Marke von 71.000 US-Dollar. Grund dafür war, dass die Kriegsunsicherheiten nahezu sofort zurückkehrten, während auch die Federal Reserve zusätzlichen Gegenwind erzeugte.
Die Lektion für den Markt ist klar: Ein paar optimistische Schlagzeilen reichen derzeit nicht aus, um eine nachhaltige Rally zu stützen.

Kriegsoptimismus schwindet schnell
Die Wende kam, nachdem Israel einen großen Angriff auf Hisbollah-Ziele im Libanon durchführte. Gleichzeitig erklärte das iranische Parlament, dass mehrere Bestandteile des Abkommens bereits verletzt worden seien. Dadurch kippte die Stimmung am Markt schnell wieder.
Das spiegelte sich sofort im Ölpreis wider. Während der Preis zuvor aufgrund des Abkommens gefallen war, zog er nun wieder an:
- WTI stieg auf über 97 US-Dollar pro Barrel
- Auch Brent kletterte in Richtung 97 US-Dollar
Das ist bedeutend, da höhere Ölpreise direkt Inflationsängste schüren und somit den Druck auf risikoreiche Anlagen erhöhen.
Hormuz bleibt das zentrale Problem
Unter der Oberfläche hat sich kaum etwas verbessert. Die Straße von Hormuz funktioniert weiterhin nicht normal. Anstelle des üblichen Schiffsverkehrs war der Verkehr laut vorliegenden Berichten weiterhin stark eingeschränkt. Inzwischen warten hunderte Schiffe im Golf auf mehr Klarheit.
Das bedeutet:
- der Markt erhielt zwar eine Waffenruhe auf dem Papier;
- doch der physische Energiestrom ist noch nicht wirklich wiederhergestellt;
- deshalb bleibt Öl anfällig für erneute Spannungen;
- und damit bleibt auch das makroökonomische Umfeld für Krypto schwierig.
Auch Ethereum und andere Risikoanlagen schwächeln
Bitcoin (BTC) war nicht allein betroffen. Auch Ethereum verlor an Boden, was zeigt, dass der Rückgang breiter war als nur bei einer Coin. Bemerkenswert ist, dass Gold und der Dollar relativ stabil blieben. Das deutet darauf hin, dass die Märkte vorsichtig sind, aber noch nicht vollständig in Panik verfallen.
Mit anderen Worten: Dies ist keine totale Kapitulation der Risikobereitschaft, aber ein klares Signal, dass der Optimismus sehr fragil bleibt.
Fed erhöht den Druck auf den Markt
Hinzu kamen die Protokolle der US-Notenbank. Daraus ging hervor, dass einige Entscheidungsträger Zinserhöhungen weiterhin nicht ausschließen, wenn die durch Öl getriebene Inflation hoch bleibt.
Das macht die Lage für Bitcoin noch schwieriger. Der Kryptomarkt hoffte auf eine Fed, die in Zukunft wieder lockerer werden könnte. Doch wenn der Ölpreis aufgrund von Hormuz und Kriegsstress hoch bleibt, rückt dieses Szenario in weite Ferne.
Für Bitcoin ist das eine ungünstige Kombination:
- weniger Vertrauen in eine nachhaltige Waffenruhe
- höhere Ölpreise
- und eine Zentralbank, die nicht schnell entspannen will
Die Rally von Bitcoin aufgrund des Abkommens mit Iran erwies sich also als zu schwach, um Bestand zu haben. Sobald die Kriegsunsicherheiten zurückkehrten und der Ölpreis wieder anstieg, verschwand der Optimismus schnell aus dem Markt. Solange das Chaos rund um Hormuz und den Nahen Osten nicht wirklich nachlässt, bleibt jede Erholung bei Bitcoin anfällig.
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