Immer mehr Kryptounternehmen kaufen (gezwungenermaßen) eigene Aktien zurück, um das Vertrauen der Investoren zu gewinnen. Analysten erkennen in dieser Entwicklung einen regelrechten Glaubwürdigkeitswettbewerb innerhalb der Branche. Anstelle von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen müssen sie nun ihre eigenen Aktien kaufen, um die Verluste zu stoppen.
Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück
Das Medienunternehmen Thumzup, das sowohl Bitcoin als auch Dogecoin besitzt, kündigte diese Woche an, das Volumen für den Aktienrückkauf von 1 Million auf 10 Millionen Dollar zu erhöhen. Daraufhin stieg die Aktie sofort um 7 Prozent und nach Börsenschluss um weitere 0,8 Prozent.
Auch DeFi Development Corp, ein mit Solana verbundenes Unternehmen, erweiterte das Rückkaufprogramm von 1 Million auf 100 Millionen Dollar. Die Aktie legte zunächst um 5 Prozent zu und schloss letztendlich mit einem Plus von 2 Prozent.

Nur Bitcoin zu kaufen reicht nicht mehr aus
Laut Ryan McMillin, dem Investmentleiter bei Merkle Tree Capital, ist offensichtlich, dass Krypto-Unternehmen nicht mehr allein durch das Halten von Bitcoin überzeugen können. „Investoren erwarten einen professionellen Kapitalmanagementansatz. Das bedeutet Aktienrückkäufe, Dividenden und eine klare Strategie für die Liquiditätsmittel,“ sagt McMillin.
„Die Kombination von Instrumenten aus der traditionellen Finanzwelt mit der digitalen Vermögenserzählung ist mächtig. Sie zeigt, dass Unternehmen nicht nur nach ihrem Bitcoin-Besitz bewertet werden wollen, sondern auch nach der Rendite für die Aktionäre.“
Nicht jeder Rückkauf führt zu Renditen
Nicht jeder Rückkauf führt direkt zu einem Kursgewinn. TON Strategy Company machte früher diesen Monat eine ähnliche Ankündigung, sah jedoch einen Rückgang der Aktien um 7,5 Prozent. Dennoch bleibt McMillin dabei, dass ein Aktienrückkauf ein klassisches Vertrauenssignal ist.
„Es ist ein Zeichen, dass das Unternehmen glaubt, dass die Aktie unterbewertet ist. Durch die Reduzierung der verfügbaren Aktien und das Zeigen von Disziplin kann die Bewertung näher an den Wert der Bitcoin-Bestände heranrücken.“
Kadan Stadelmann vom Komodo Platform weist darauf hin, dass ein Rückkauf Knappheit schafft und damit den Preis treibt. Er sieht das Rennen zwischen den Krypto-Unternehmen als Teil einer größeren Geschichte. „Wir erleben eine Form der Hyperbitcoinisierung, also die Verschiebung von Werten vom Dollar zu Bitcoin,“ so Stadelmann.
Strategy bleibt der Größte
Laut der Website Bitbo halten Unternehmen, die Bitcoin in ihren Kassen haben, zusammen mehr als 1,4 Millionen Münzen, was etwa 6,6 Prozent der Gesamtmenge entspricht.

Das Unternehmen Strategy von Michael Saylor ist mit fast 639.000 Bitcoins führend und kauft regelmäßig dazu.
Stadelmann erwartet, dass das Phänomen der Krypto-Treasury-Unternehmen nicht so schnell verschwinden wird. „Immer mehr Unternehmen, auch aus den Fortune 500, werden einen Teil ihrer Liquiditätsmittel in Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte halten. Die Frage für Investoren wird sein, welche Unternehmen ihre Bitcoin auch in schwierigen Zeiten behalten.“
Der Rückkauf von Aktien scheint damit nicht nur ein finanzielles Instrument zu sein, sondern auch eine Methode, um die Glaubwürdigkeit von Krypto-Unternehmen in einem zunehmend professioneller werdenden Markt zu stärken.
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