Die Kryptowährung RAVE des Web3-Entertainmentplattform RaveDAO verzeichnete in zwei Tagen einen Wertverlust von 90 Prozent. Große Börsen untersuchen verdächtige Handelsaktivitäten, und On-Chain-Analysten heben ein besorgniserregendes Muster hervor, das Short-Händlern möglicherweise Milliarden kostete.
5,7 Milliarden Dollar verschwunden
Der RAVE-Kurs erreichte am vergangenen Freitag einen Höchststand von 27,33 Dollar, fiel dann jedoch gestern auf 1,15 Dollar zurück. Dadurch verschwanden über 5,7 Milliarden Dollar an Marktwert in weniger als 48 Stunden.

Auslöser war eine Untersuchung, die Binance und Bitget zu auffälligen Handelsmustern rund um den Token einleiteten. Bitget-CEO Gracy Chen bestätigte die Ermittlung auf X. Binance Co-CEO Richard Teng erklärte, dass die Börse die Situation prüft und stets Verantwortung bei Hinweisen auf Marktmissbrauch übernimmt.
Auch Gate.io wird in diesem Zusammenhang erwähnt. Der On-Chain-Analyst ZachXBT schlug als erster Alarm und bietet 25.000 Dollar für jeden, der Beweise zu den beteiligten Parteien liefern kann.
90 Prozent in Teamhand
Forscher hinterfragen vor allem die Verteilung der Tokens. Rund 90 Prozent der 1 Milliarde RAVE-Tokens sollen auf drei Gnosis Safe Wallets liegen, die dem Projektteam zugeordnet werden. Kurz vor dem starken Anstieg wurden zudem viele Tokens an Börsen transferiert.
Dies deutet laut den Experten auf eine sogenannte „Bait and Liquidate“-Strategie hin. Sichtbare Überweisungen von Tokens an Börsen signalisierten Händlern eine bevorstehende Verkaufswelle. Viele setzten daher auf einen Kursverfall von RAVE. Doch als die Tokens wieder zurückgeholt wurden und der Kurs weiter anstieg, mussten Short-Positionen schnell geschlossen werden.
Diese Bewegung trug zu einer extremen Rally von 0,25 Dollar auf 27,33 Dollar bei, was einem Anstieg von 10.800 Prozent in neun Tagen entspricht. Am Freitag führte dies zu Liquidationen in Höhe von 44 Millionen Dollar.
RaveDAO bestreitet Beteiligung
RaveDAO selbst bestreitet jede Beteiligung. In einem Beitrag auf X schreibt das Team, dass es „nicht an den jüngsten Kursbewegungen beteiligt“ sei. Gleichzeitig gibt das Projekt an, möglicherweise Tokens zu verkaufen, um Kosten zu decken, wobei unklar bleibt, wann und wie dies geschehen soll.
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