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Der südkoreanische Börsenmarkt erlebte am Dienstag einen seiner schlechtesten Handelstage des Jahres. Der Kospi-Index stürzte um 10 Prozent von seinem jüngsten Rekordhoch ab, was dazu führte, dass der Handel vorübergehend ausgesetzt werden musste, um die Verkaufswelle zu bremsen.
Insbesondere die großen Chiphersteller mussten erhebliche Verluste hinnehmen. Aktien von SK Hynix und Samsung Electronics fielen um mehr als 12 Prozent, da Investoren nach der außergewöhnlichen KI-Rally der vergangenen Monate massenhaft Gewinne mitnahmen. Südkorea war in diesem Jahr einer der weltweit am besten abschneidenden Aktienmärkte, doch diese Euphorie scheint nun abrupt in Nervosität umzuschlagen.

Der Verkaufsdruck scheint vor allem durch Gewinnmitnahmen im Technologiesektor verursacht worden zu sein. Investoren fragen sich zunehmend, ob die Bewertungen von KI-assoziierten Unternehmen nicht zu weit gegangen sind.
Dieses Sentiment entstand bereits Anfang dieser Woche auch an der Wall Street, wo Technologiewerte unter Druck gerieten und SpaceX einen deutlichen Kursrückgang verzeichnete.
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch Berichte, dass SK Hynix möglicherweise das Tempo der Expansion seiner Produktion von HBM4-Speicherchips verlangsamt. Diese Chips spielen eine entscheidende Rolle im KI-Sektor und sind essenziell für Anwendungen von Unternehmen wie Nvidia.
Die Quartalszahlen des Speicherchip-Herstellers Micron, die später in dieser Woche erwartet werden, stehen daher unter genauer Beobachtung. Investoren hoffen, darin Hinweise auf die Gesundheit des weltweiten KI-Marktes zu finden.
Analysten zufolge wurde der Rückgang dadurch verstärkt, dass viele Privatanleger mit geliehenem Geld investierten.
Die gesamte Margin Debt, also das geliehene Kapital zum Kauf von Aktien, erreichte in diesem Monat ein Rekordniveau von 38,5 Billionen Won, umgerechnet etwa 25 Milliarden Dollar.
Als die Kurse zu fallen begannen, wurden viele Investoren gezwungen, ihre Positionen zu verkaufen. Dies führte zu einer Kettenreaktion, die den Verkaufsdruck weiter erhöhte.
„Es sieht so aus, als ob erzwungene Liquidationen am Nachmittag den Rückgang beschleunigt haben“, sagte Fondsmanager Kim Namho von Timefolio Investment Management.
Auffällig ist, dass ausländische Investoren am Dienstag fast 5 Billionen Won an südkoreanischen Aktien verkauften.
Privatanleger hingegen handelten genau gegensätzlich und kauften Aktien im Rekordwert von 7,9 Billionen Won hinzu.
Der Volatilitätsindex für südkoreanische Aktien schoss derweil in Richtung des höchsten Niveaus seit Anfang Juni. Regulierungsbehörden prüfen nun Maßnahmen, um weitere Unruhen zu begrenzen, insbesondere bei Hebelprodukten, die an Samsung Electronics und SK Hynix gekoppelt sind.
Die deutliche Korrektur in Südkorea kommt zu einem empfindlichen Zeitpunkt für die Finanzmärkte. Weltweit wächst die Sorge, dass die KI-Rally, die Technologieaktien und Chipunternehmen zu Rekordhöhen trieb, Anzeichen von Ermüdung zeigt.
Da Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen in den vergangenen Monaten zunehmend parallel zu Technologieaktien verlaufen sind, beobachten auch Kryptoinvestoren die Entwicklungen in Asien genau.
Vorerst scheint der Rückgang vor allem eine Folge von Gewinnmitnahmen nach einem außergewöhnlich starken Anstieg zu sein. Dennoch zeigt die scharfe Korrektur, wie schnell sich das Sentiment ändern kann, wenn Bewertungen hoch sind und Investoren massenhaft auf geliehenes Geld zurückgreifen.
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