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Die Sorgen über die KI-Rally nehmen wieder zu. Die asiatischen Börsen gerieten am Freitag deutlich unter Druck, auch an der Wall Street zeichnet sich eine schwächere Eröffnung ab. Vor allem Chipwerte, Technologiekonzerne und KI-nahe Titel werden verkauft.
Damit steht der Markt erneut vor der großen Frage für 2026: Ist KI weiterhin der Motor dieser Hausse, oder wird die Euphorie zunehmend zur Belastung?
Der japanische Nikkei verlor in der Spitze rund 5 Prozent. In Südkorea fiel der Rückgang noch heftiger aus. Der Kospi sackte um 8 Prozent ab, woraufhin sogar ein automatischer Handelsstopp ausgelöst wurde. Inzwischen hat sich der Kospi wieder etwas erholt.

Ein wichtiger Auslöser war die Meldung, dass OpenAI offenbar erwägt, seinen Börsengang auf 2027 zu verschieben. Das traf vor allem SoftBank, das über seinen Vision Fund einen großen Anteil am ChatGPT-Entwickler hält.
SoftBank verlor fast 14 Prozent und gehörte damit zu den größten Verlierern im Nikkei.
Die mögliche Verschiebung des OpenAI-Börsengangs werten Anleger als Hinweis darauf, dass selbst die größten KI-Unternehmen vorsichtiger werden. Nicht, weil die Technologie plötzlich an Bedeutung verliert, sondern weil der Markt womöglich nicht mehr bereit ist, KI-Engagements um jeden Preis zu kaufen.
Auch in Südkorea lastete der Verkaufsdruck vor allem auf dem Chipsektor. Samsung und SK Hynix verloren jeweils rund 9 Prozent.
Das ist bemerkenswert, weil gerade Speicherhersteller zuvor von extrem starken Zahlen von Micron profitiert hatten. Der US-Chipkonzern verzeichnete einen massiven Gewinnsprung und zeigte, dass die Nachfrage nach Speicher für KI-Rechenzentren weiterhin hoch ist.
Doch der Markt blickt inzwischen über starke Umsätze und Gewinne hinaus. Entscheidend ist nun, ob die KI-Investitionen so groß geworden sind, dass sie an anderer Stelle in der Wirtschaft Belastungen auslösen.
Das zeigt sich bei Apple. Der Konzern erhöht die Preise für MacBooks und iPads wegen des beispiellosen Anstiegs der Speicherpreise um rund 20 Prozent. Für Anleger war das ein wichtiges Signal.

Der KI-Boom sorgt für eine enorme Nachfrage nach Arbeitsspeicher und Speicherkapazitäten in Rechenzentren. Dadurch werden Komponenten für Unterhaltungselektronik knapper und teurer.
Micron profitiert davon, Apple muss dagegen höhere Kosten tragen. Muss Apple diese Kosten an die Verbraucher weitergeben, könnte das die Nachfrage belasten. Die Apple-Aktie verlor mehr als 6 Prozent, der Börsenwert schrumpfte um mehr als 260 Milliarden Dollar.
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