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In dieser Woche stehen an den Finanzmärkten drei Fragen im Mittelpunkt. Geraten KI-Aktien erneut unter Druck? Bleibt der US-Arbeitsmarkt robust? Und sinkt die Inflation in der Eurozone, nachdem der Ölpreis zurückgegangen ist?
Nach einer unruhigen Woche gilt vor allem der Technologiesektor als anfällig. Der Nasdaq Composite verlor 4,6 Prozent, während der südkoreanische Kospi um mehr als 7 Prozent nachgab. In Südkorea wurde der Handel wegen der extremen Volatilität sogar zweimal vorübergehend ausgesetzt.
Die zentrale Frage lautet, ob dies der Beginn des Platzens der KI-Blase ist oder nur eine neue Phase der Marktrotation. Einige Anleger sehen bei Technologieaktien klare Anzeichen einer Blasenbildung. Die Bewertungen sind hoch, die Gewinnerwartungen extrem und der Markt stützt sich stark auf eine kleine Gruppe von Gewinnern.
Der jüngste Rückgang muss jedoch nicht zwangsläufig das Ende der Rally bedeuten. Nach Einschätzung einiger Analysten handelt es sich vor allem um eine kurze Schreckreaktion auf veränderte Zinserwartungen. Die Federal Reserve deutete in diesem Monat die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen an. Das trifft vor allem Wachstumswerte, da höhere Zinsen künftige Gewinne weniger wertvoll machen.
Eine weitere Erklärung ist, dass Anleger erneut aus Technologieaktien in breitere Marktsegmente umschichten. Diese Bewegung hatte bereits früher in diesem Jahr begonnen und wird durch fallende Ölpreise begünstigt, da die Straße von Hormus vorsichtig wieder geöffnet wird.
Am Donnerstag wird der US-Arbeitsmarktbericht für Juni veröffentlicht. Ökonomen erwarten, dass die Arbeitslosenquote stabil bei 4,3 Prozent bleibt und 110.000 neue Stellen geschaffen wurden. Das würde eine Abkühlung gegenüber Mai bedeuten, als der Beschäftigungsaufbau mit 172.000 neuen Jobs stärker ausfiel als erwartet.
Für die Fed ist diese Zahl wichtig. Ein starker Arbeitsmarkt könnte der Notenbank mehr Spielraum für eine weitere Zinserhöhung geben, zumal die Inflation weiterhin hoch ist. Während Anleger zuvor eine Rezession fürchteten, richtet sich die Sorge nun zunehmend auf eine Überhitzung. Sollte die Arbeitslosigkeit weiter sinken, könnte das die Zinsangst sogar verstärken.
Auch in Europa wird es spannend. Am Mittwoch werden die Inflationsdaten für die Eurozone veröffentlicht. Entscheidend ist, ob der Rückgang des Ölpreises bereits in den Zahlen sichtbar wird. Ökonomen erwarten, dass die Inflation von 3,2 Prozent im Mai auf rund 3 Prozent im Juni sinkt.
Das würde den Druck auf die Europäische Zentralbank verringern. Die EZB hatte den Leitzins Anfang des Monats erstmals seit fast drei Jahren angehoben, aus Sorge, dass höhere Energiepreise auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen könnten. Wenn diese Sorge nun rasch nachlässt, könnte die Zinserhöhung im Rückblick weniger zwingend erscheinen.
Die Kerninflation dürfte dagegen stabil bei 2,6 Prozent bleiben. Damit kann sich die EZB noch nicht vollständig zurücklehnen.
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