Die diplomatische Konferenz zwischen den Vereinigten Staaten, Dänemark und Grönland hat die Spannungen in der Arktis weiter verschärft. Das Treffen, das von US-Vizepräsident J.D. Vance geleitet wurde, wird von Analysten als historisch für die Zukunft Grönlands bezeichnet. Welchen wirtschaftlichen Wert hätte Grönland, sollte ein Verkauf jemals zur Debatte stehen?
Grönland steht nicht zum Verkauf
Präsident Donald Trump lässt keinen Zweifel: Er will Grönland. Bei einer Besprechung gestern stellte er erneut fest, dass die Vereinigten Staaten „Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit benötigen“. Falls die Diplomatie keine Ergebnisse liefert, schließt Trump militärische Mittel nicht aus.
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt lehnten jedoch die Annäherung der USA vehement ab. Ihrer Meinung nach ist Grönland kein Verhandlungsobjekt. Souveränität und Selbstbestimmung sind laut beiden Ministern unantastbar.
Aus Kopenhagen kommt scharfe Kritik. Dänemark bezeichnet den amerikanischen Druck als Verletzung internationaler Normen und Bedrohung für die NATO-Beziehungen. Washington sieht das anders: Laut dem Weißen Haus liegt Grönland strategisch in einem Gebiet, in dem russischer und chinesischer Einfluss wächst, und Dänemark könnte dem nicht ausreichend entgegenwirken.
Militärische Maßnahmen und finanzielle Auswirkungen
Als Reaktion auf die wachsenden Spannungen haben Dänemark und EU-Länder wie Deutschland, Schweden und Norwegen ihre militärische Präsenz rund um Grönland verstärkt. Beide Parteien stimmten der Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe für Sicherheitsgespräche zu, doch Kopenhagen und Nuuk bleiben standhaft: Der Besitzanspruch auf Grönland steht nicht zur Debatte.
Ein Preisetikett spielt laut Dänemark keine Rolle. Dennoch ist es interessant zu betrachten, was Grönland theoretisch kosten würde. Laut aktuellen Schätzungen könnte eine amerikanische Übernahme bis zu 700 Milliarden Dollar kosten. Diese Einschätzung umfasst nicht nur den Bodenwert, sondern auch die politischen Spannungen und die gesellschaftlichen Auswirkungen eines solchen Schrittes.
Dies erscheint natürlich als eine riesige Summe Geld. Sie ist vergleichbar mit der Marktkapitalisierung eines Unternehmens wie Samsung (650 Milliarden Dollar). Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt, ist mit einem Wert von 4,45 Billionen Dollar sogar fünfmal so viel wert wie Grönland. Bemerkenswert ist auch, dass die Vereinigten Staaten allein jährlich 1,2 Billionen Dollar an Zinsen auf die Staatsschuld zahlen.
Eine aktuelle Meinungsumfrage in den USA zeigt zudem, dass die amerikanische Bevölkerung wenig Unterstützung für eine Übernahme Grönlands sieht, insbesondere nicht, wenn dafür militärische Aktionen erforderlich wären. In Grönland herrscht Unsicherheit, obwohl die Führer die Verbundenheit mit Dänemark und den Wunsch nach mehr Autonomie im sicheren Rahmen betonen.
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