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Die Behörden in Kapstadt haben bei einer groß angelegten nächtlichen Kontrolle mehrere Luxusautos beschlagnahmt, die mit gefälschten oder fehlenden Kennzeichen unterwegs waren. Nach Angaben von Bürgermeister Geordin Hill-Lewis könnten einige der Fahrzeuge Personen gehören, die sich im Internet als erfolgreiche Krypto- und Forex-Händler präsentieren, um Anleger zu gewinnen.
Der Einsatz fand im Stadtteil Parklands statt und ist Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen Finanzkriminalität.
Einer der auffälligsten Funde war ein brandneuer silberner Mercedes-AMG GLE. Laut Zulassungsdaten war das Fahrzeug offiziell als weißer BMW eingetragen.
Der Wagen wurde umgehend beschlagnahmt und wird nun weiter untersucht.
„Wir haben heute Abend in Parklands Fahrzeuge ohne gültige Kennzeichen beschlagnahmt. In einem Fall war ein fabrikneuer silberner Mercedes GLE als alter weißer BMW registriert“, schrieb Hill-Lewis auf X.
Bei derselben Kontrolle stoppte die Polizei auch den Fahrer eines BMW 3er ohne Kennzeichen. In einem Video, das der Bürgermeister später in sozialen Medien veröffentlichte, fragte er den Mann nach seiner Einkommensquelle. Dieser gab an, in der Kryptobranche tätig zu sein.
Nach Angaben der Stadtverwaltung nutzen einige mutmaßliche Finanz-Influencer teure Autos und einen luxuriösen Lebensstil, um ein Bild von Erfolg zu vermitteln. Auf diese Weise sollen sie Menschen dazu bewegen, Geld in Krypto- oder Forex-Projekte zu investieren.
Die Stadt betont, dass sich die Ermittlungen auf möglichen Betrug und die Nutzung gefälschter Kennzeichen konzentrieren. Hinweise darauf, dass der Besitz von Kryptowährungen an sich Teil strafbarer Handlungen ist, gibt es derzeit nicht.
Die Behörden schließen nicht aus, dass Fahrzeuge mit gefälschten oder fehlenden Kennzeichen Teil größerer krimineller Netzwerke sind. Geprüft werden unter anderem möglicher Betrug und Geldwäsche.
Südafrika wird seit Längerem als Standort genannt, an dem internationale Anlagebetrugsmodelle betrieben werden. Kriminelle sollen Opfer über gefälschte Investmentplattformen, kopierte Apps und KI-generierte Videos anlocken. Ermittlern zufolge verschwinden die Erlöse anschließend über digitale Wallets, Finanzmittler und hochwertige Vermögenswerte, darunter Luxusautos.
Der Polizeieinsatz fügt sich in eine breitere Kampagne von Bürgermeister Hill-Lewis ein, Finanzkriminalität entschlossener zu bekämpfen. Er setzt sich dafür ein, der Cape Town Metropolitan Police mehr Ermittlungsbefugnisse zu geben.
Dazu will die Stadt eine spezialisierte Ermittlungseinheit aufbauen, die eigenständig strafrechtliche Untersuchungen führen kann. Hill-Lewis zufolge soll Kapstadt dadurch schneller gegen Betrug, Geldwäsche und andere Formen organisierter Kriminalität vorgehen können.
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