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Für alle, die täglich nicht auf eine Tasse Kaffee verzichten können, gibt es gute Nachrichten. Der Kaffeepreis ist stark gesunken und befindet sich nun auf dem niedrigsten Stand seit neunzehn Monaten. Händler rechnen mit einer Rekordernte in Brasilien, was das weltweite Angebot deutlich erhöhen könnte.
Laut einer neuen Prognose des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA steuert Brasilien in der Saison 2026/2027 auf eine Rekordproduktion von 71,9 Millionen Sack Kaffee zu. Das ist ein Anstieg von vierzehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Erwartung kommt nicht aus dem Nichts. Verschiedene Marktanalysten haben in den letzten Monaten ihre Schätzungen bereits deutlich erhöht. So rechnet StoneX mit einer Ernte von mehr als 75 Millionen Sack und auch Marex sieht ein historisch hohes Produktionsniveau voraus.
Die Folgen sind auf dem Markt direkt sichtbar. Der Preis für Arabica-Kaffee fiel am Donnerstag um über zwei Prozent und liegt mittlerweile fast vierzig Prozent unter dem Höchststand, der Anfang dieses Jahres erreicht wurde.

Nicht nur Brasilien sorgt für ein zusätzliches Angebot. Auch Vietnam, der größte Produzent von Robusta-Kaffee, erhöht den Export erheblich.
Der vietnamesische Kaffee-Export stieg in den ersten fünf Monaten des Jahres um fast acht Prozent. Zudem erwarten Analysten, dass die Produktion im Land das höchste Niveau seit vier Jahren erreichen wird.
Dadurch wächst die Aussicht auf ein weltweites Kaffeeüberschuss. Die Rabobank erhöhte ihre Erwartung für den Überschuss auf dem Arabica-Markt auf 9,5 Millionen Sack. StoneX geht sogar von einem globalen Überschuss von 10 Millionen Sack im Jahr 2026 aus. Das wäre das größte Überschuss seit sechs Jahren.
Für Händler ist das ein klares Signal, dass die extremen Preissteigerungen der vergangenen Jahre möglicherweise hinter uns liegen.
Dennoch gibt es noch Faktoren, die einen weiteren Preisrückgang beim Kaffee bremsen können.
So warnen Meteorologen vor einer möglichen El Niño-Periode später in diesem Jahr. Dieses Wetterphänomen könnte den Regenfall in Brasilien während der entscheidenden Blütezeit der Kaffeepflanzen stören. Weniger Regen zur falschen Zeit könnte die Ernte der nächsten Saison trotzdem unter Druck setzen.
Außerdem sind die Bestände an der ICE-Börse relativ niedrig. Die gelagerte Menge an Arabica-Kaffee befindet sich derzeit auf dem niedrigsten Stand seit fast vier Monaten. Auch die Robusta-Bestände liegen weiterhin nahe dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren.
Darüber hinaus sorgen geopolitische Spannungen für Unsicherheit. Probleme auf wichtigen Schifffahrtsrouten haben die Transportkosten erhöht, wodurch Kaffeehändler und -röster mit höheren Logistikkosten konfrontiert werden.
Für Verbraucher kann der deutliche Rückgang des Kaffeepreises letztendlich gute Nachrichten sein. Ob die niedrigeren Rohstoffpreise auch schnell im Supermarkt sichtbar werden, hängt von den Beständen ab, die Kaffeeröster eingekauft haben, und von der Entwicklung der Transport- und Energiekosten.
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