In New York ist ein neues Pilotprojekt gestartet, bei dem 160 junge einkommensschwache Einwohner insgesamt 12.000 US-Dollar in der Stablecoin USD Coin (USDC) von Circle erhalten.
Das Programm, durchgeführt von der Non-Profit-Organisation GiveDirectly und finanziert von Coinbase, soll Aufschluss darüber geben, welche Wirkung bedingungslose Finanzhilfe in Form von Kryptowährungen entfaltet.
Erstes Krypto-Grundeinkommen in den USA
Bloomberg berichtet, dass Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren per Losverfahren ausgewählt wurden und ihre erste Auszahlung auf ein Coinbase-Konto erhalten haben. Das Programm, „Future First“, sieht eine große Zahlung von 8.000 US-Dollar und fünf kleinere Zahlungen von jeweils 800 US-Dollar vor. Laut GiveDirectly versetzt dies die Empfänger besser in die Lage, größere Ausgaben zu stemmen, etwa eine Kaution für eine Mietwohnung oder Studiengebühren.
Dies ist der erste Versuch in den Vereinigten Staaten, ein Grundeinkommen in Krypto auszuzahlen. Coinbase bezeichnet das Projekt als Chance, „jungen New Yorkern finanzielle Unterstützung und Krypto-Bildung zu bieten und zu zeigen, welchen positiven Effekt Blockchain-Zahlungen haben können.“ Die Initiative knüpft an eine frühere Zusammenarbeit an: Nachdem das Spendenprogramm GiveCrypto 2023 eingestellt wurde, überwies Coinbase 2,6 Millionen US-Dollar an GiveDirectly.
Vor- und Nachteile von Krypto-Auszahlungen
Die Wahl von USDC soll Stabilität gewährleisten, da die Stablecoin an den US-Dollar gekoppelt und durch Kassenreserven gedeckt ist. Dennoch warnen Experten vor Risiken. Laut Professorin Hilary Allen (American University) bringt Krypto „implizite Bedingungen mit sich“, weil Empfänger nicht überall mit USDC bezahlen können und häufig darauf angewiesen sind, diese Stablecoins in Dollar umzutauschen.
Über Coinbase können die Teilnehmer ihre Krypto in Dollar tauschen, zahlen dafür jedoch 1,75 Prozent Transaktionsgebühren. Grundsätzlich können sie mit dem Geld aber machen, was sie wollen.
Die Teilnehmer können die Stablecoins auch unangetastet lassen und sie auf Coinbase verzinsen lassen. Ein Teil dürfte die Stablecoins möglicherweise in andere Kryptowährungen reinvestieren. GiveDirectly hat zu Beginn jedoch vor den Risiken spekulativer Anlagen gewarnt.
Trotz dieser Herausforderungen sieht GiveDirectly Vorteile in den niedrigen Transaktionskosten der Blockchain. Die Auszahlung der ersten 800 US-Dollar kostete die Organisation lediglich 26 Cent.
Am Ende bleibt es ein Experiment. Nach Abschluss des Projekts wird untersucht, ob Krypto für die Empfänger im Vergleich zu traditionellen Banken eher eine zusätzliche Hürde oder ein Vorteil war.
Für Teilnehmer Luis Acero, der zuvor mit Krypto-Investments Geld verloren hat, bringt das Programm vor allem Ruhe. Er will den Großteil seiner USDC in Dollar tauschen, um Schulden zu tilgen und zu sparen, aber auch einen kleinen Teil in Krypto halten. „Ich will jetzt richtig investieren. Nicht so wie früher“, sagt er.
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