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JPMorgan Chase hat ein starkes zweites Quartal hinter sich, doch die Aktie reagiert im vorbörslichen Handel bislang kaum. Der Kurs zeigt sich nahezu unverändert, obwohl der Gewinn um 41 Prozent gestiegen ist und die Handelserträge die Erwartungen deutlich übertroffen haben.
Die größte Bank der Vereinigten Staaten erzielte einen Nettogewinn von 21,2 Milliarden Dollar. Darin enthalten ist allerdings ein einmaliger Gewinn von 4,6 Milliarden Dollar aus der Beteiligung an Visa.
Ohne diesen Sondereffekt lag der Gewinn bei 16,9 Milliarden Dollar. Damit übertraf JPMorgan noch immer die Analystenerwartungen von 16,5 Milliarden Dollar.
Der wichtigste Treiber der starken Zahlen war das Handelsgeschäft. Die Handelserträge stiegen um 35 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Besonders deutlich legte der Aktienhandel zu. Dort kletterten die Erträge um 86 Prozent.
Das passt ins größere Bild an der Wall Street. In den vergangenen Monaten waren die Märkte wegen des Kriegs mit Iran, der Zinsunsicherheit, des KI-Hypes sowie starker Bewegungen bei Öl und Aktien volatil. Für Anleger ist das mitunter unangenehm, für Investmentbanken kann Volatilität jedoch besonders ertragreich sein.
Mehr Handel bedeutet mehr Transaktionen, mehr Kundenaktivität und höhere Erträge.
Auch das Investmentbanking zeigte eine Erholung. Die Gebühreneinnahmen stiegen um 30 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. JPMorgan profitierte dabei unter anderem vom Börsengang von SpaceX. Die Bank verdiente an dem Megadeal rund 75 Millionen Dollar.
Das bestätigt, dass der Markt für große Transaktionen wieder anzieht. Nach einer schwachen Phase infolge höherer Zinsen und großer Unsicherheit kehren Börsengänge und Megadeals allmählich zurück. Für die Wall Street ist das eine gute Nachricht.

JPMorgan hob zudem die Prognose für den Nettozinsertrag an, also die Differenz zwischen den Erträgen aus Krediten und den Zinsen, die die Bank auf Einlagen zahlt. Für 2026 rechnet das Institut nun mit Nettozinserträgen von 105,5 Milliarden Dollar, nach zuvor 103 Milliarden Dollar.
Auch bei Verbraucherkrediten zeigte sich JPMorgan etwas zuversichtlicher. Die erwartete Abschreibungsquote bei Kreditkarten wurde von 3,4 Prozent auf rund 3,2 Prozent gesenkt. Das ist ein wichtiges Signal. Es deutet darauf hin, dass die US-Verbraucher vorerst widerstandsfähiger bleiben als befürchtet.
JPMorgan steht damit nicht allein. Auch die Bank of America legte starke Zahlen vor. Der Nettogewinn stieg auf 9,1 Milliarden Dollar, nach 7,2 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Umsatz im Sales-and-Trading-Geschäft erhöhte sich dank der stärkeren Marktvolatilität auf 7,1 Milliarden Dollar.
Auch Wells Fargo zeigte Verbesserungen. Der Gewinn stieg um 17 Prozent auf 6,41 Milliarden Dollar. Die Bank profitierte von höheren Zinserträgen und besseren Handelserträgen. Damit zeichnet sich ein klares Muster ab.
Die großen US-Banken profitieren von derselben Kombination: mehr Handel durch die Marktturbulenzen, ein anziehendes Investmentbanking und Verbraucher, die vorerst weniger schwach sind als befürchtet. Goldman Sachs und Citigroup dürften im Tagesverlauf ein genaueres Bild liefern. Bei Goldman richtet sich der Blick vor allem auf Trading und Dealmaking, während Anleger bei Citi auf die Fortschritte beim Konzernumbau und die Stärke des Marktgeschäfts achten.
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