Neben den Zinsplänen in den USA und Europa richten Anleger ihren Blick auch nach Japan. Dort sieht es aktuell positiv aus, da die japanische Zentralbank zurückhaltend in der Zinserhöhung bleibt. Dies beeinflusst nicht nur die japanische Wirtschaft, sondern sorgt auch für neue Bewegungen auf dem Kryptomarkt, wo die Kurse deutlich steigen.
Bitcoin-Kurs profitiert vom japanischen Zentralbank-Kurs
Bloomberg berichtet, dass die Bank of Japan (BOJ) vorerst keine Eile hat, die Zinsen zu erhöhen. Diese Entwicklung wirkt sich positiv auf risikoreiche Anlagen wie Krypto und Aktien aus.
Gouverneur Kazuo Ueda betonte, dass die Zentralbank vorsichtig bleibt. Das hängt mit den aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zusammen.
Der Zinssatz in Japan liegt derzeit bei etwa 0,75 Prozent. Das ist niedrig, besonders im Vergleich zu den USA und Europa, wo die Zinsen zwischen 3,5 und 3,75 Prozent bzw. um 2 Prozent liegen.
Dieses niedrige Niveau hat eine klare Wirkung. Geld zu leihen bleibt in Japan günstig, und der japanische Yen bleibt relativ schwach. Dadurch können Anleger leicht Yen leihen, um in anderen Märkten zu investieren.
Dies geschieht in großem Umfang. Anleger investieren dieses Geld häufig in risikoreiche Vermögenswerte wie Krypto und Aktien. Dieses Phänomen ist als ‚Yen Carry Trade‘ bekannt.
Der Kryptomarkt zeigt sich derzeit im Aufwind. Der Bitcoin (BTC)-Kurs liegt zum Zeitpunkt des Schreibens 5,8 Prozent höher und bewegt sich um die 74.800 Dollar. Ethereum (ETH) legt noch stärker zu, mit einem Anstieg von 9,3 Prozent innerhalb von 24 Stunden.
Anleihemarkt bestätigt Zinserwartungen
Die vorsichtige Haltung der BOJ spiegelt sich auch am japanischen Anleihemarkt wider. Laut Bloomberg war die Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwanzig Jahren bemerkenswert hoch.
Das sogenannte Bid-to-Cover-Verhältnis, das die Nachfrage nach Anleihen anzeigt, lag bei 4,82. Das bedeutet, dass die Nachfrage fast fünfmal so hoch war wie das Angebot. Dies ist der höchste Stand seit 2019 und liegt deutlich über dem Durchschnitt des vergangenen Jahres.
Die starke Nachfrage zeigt, dass große Anleger erwarten, dass die Zinsen vorerst nicht weiter steigen. Steigen die Zinsen, werden neue Anleihen attraktiver und bestehende verlieren an Wert. Bleiben die Zinsen stabil, bleiben bestehende Anleihen interessant, wie es derzeit der Fall ist.
Frühere Zinserhöhung sorgte für Schock
Der Einfluss der japanischen Zinspolitik auf Krypto war bereits zuvor deutlich sichtbar. Japan verfolgte jahrelang eine extrem lockere Geldpolitik, mit sogar negativen Zinsen.
Im März 2024 änderte sich dies. Zum ersten Mal seit 17 Jahren erhöhte die Bank of Japan den Zinssatz. Damit endete die Negativzins-Politik, die aufgrund steigender Inflation und Löhne in Japan angepasst wurde.
Später im Jahr, im Juli, folgte eine weitere Erhöhung, die für Unruhe auf den Finanzmärkten sorgte. Da Anleger sich über Jahre an billiges Geld aus Japan gewöhnt hatten, hatte diese Änderung unmittelbare Auswirkungen auf risikoreiche Märkte wie Krypto.
Waffenstillstand mit Iran bringt zusätzliche Ruhe
Die positive Stimmung am Kryptomarkt kommt nicht nur aus Japan. Auch geopolitische Entwicklungen spielen eine Rolle. Trotz anhaltender Spannungen hat die Situation zwischen Iran und den USA mit einem Waffenstillstand etwas an Schärfe verloren.
Diese Entwicklungen sorgen für mehr Ruhe auf den Finanzmärkten, was sich auch im Ölpreis widerspiegelt. Dieser liegt derzeit bei rund 97 Dollar pro Barrel, während er zu Beginn der Woche noch bei etwa 118 Dollar lag.
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