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Japanische Unternehmen haben im zweiten Quartal so viel Geld über Auslandsanleihen eingesammelt wie nie zuvor. Die Mittel flossen vor allem in Übernahmen und Investitionen in künstliche Intelligenz. Damit hat Japan China als wichtigsten Akteur in diesem Markt überholt.
Unternehmen und Organisationen aus Asien und der umliegenden Region nahmen innerhalb von drei Monaten zusammen 154 Milliarden Dollar über die Ausgabe von Unternehmensanleihen in Dollar und Euro auf.
Eine solche Anleihe ist im Kern ein Kredit: Ausländische Investoren stellen einem Unternehmen Geld zur Verfügung, erhalten dafür Zinsen und bekommen ihr Kapital nach einer vereinbarten Laufzeit zurück. Für japanische Unternehmen ist diese Form der Finanzierung derzeit mitunter günstiger als Kredite im eigenen Land, wo die Zinsen gestiegen sind.
Japanische Konzerne wie Sony und Panasonic sammelten auf diese Weise zusammen rund 62 Milliarden Dollar ein. Australien folgte mit etwa 26 Milliarden Dollar, während China mit rund 20 Milliarden Dollar auf den dritten Platz zurückfiel.
Die Erlöse werden unter anderem für Übernahmen sowie Investitionen in KI, Rechenzentren und andere technologische Infrastruktur verwendet. Viele Unternehmen ziehen ihre Finanzierung zudem vor, weil sie mit weiter steigenden Zinsen rechnen.
Citigroup erwartet, dass sich dieser Trend in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 fortsetzt. Die Bank rechnet für das Gesamtjahr mit internationalen Anleiheemissionen von Unternehmen aus der asiatischen Region im Umfang von rund 475 Milliarden Dollar. Für Anleger bleiben hochwertige Unternehmensanleihen attraktiv, da sie im Schnitt mehr als 5 Prozent Rendite bieten.
Auch der europäische Anleihemarkt wird für asiatische Unternehmen wichtiger. Die Ausgabe von Euro-Anleihen stieg im zweiten Quartal um 63 Prozent auf rund 37 Milliarden Euro. Honda Motor platzierte dabei erstmals eine Anleihe in Euro.
Euro-Anleihen machten 28 Prozent aller internationalen Emissionen in Dollar und Euro aus. 2021 lag dieser Anteil noch bei lediglich 8 Prozent. Unternehmen verteilen ihre Finanzierung damit zunehmend auf mehrere Währungen.
Das Rekordvolumen zeigt vor allem, wie stark sich die Kräfteverhältnisse am asiatischen Anleihemarkt verschoben haben. Wo früher China dominierte, gibt inzwischen zunehmend Japan das Tempo vor.
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