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Japan treibt die Modernisierung seines Finanzsektors voran. Das Parlament hat einer Gesetzesänderung zugestimmt, durch die Bitcoin (BTC) und andere digitale Vermögenswerte künftig unter denselben Rechtsrahmen fallen wie Aktien und Anleihen. Für Anleger bedeutet das nicht nur strengere Vorgaben, sondern auch ein deutlich günstigeres Steuersystem.
Gleichzeitig investieren japanische Banken zunehmend in Blockchain-Technologie, tokenisierte Wertpapiere und Stablecoins. Das Land macht damit deutlich, dass digitale Finanzmärkte künftig eine größere Rolle spielen sollen.
Mit der Zustimmung des Oberhauses zum Gesetzentwurf am 15. Juli erhalten Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte einen neuen rechtlichen Status. Sie fallen künftig unter das Gesetz über Finanzinstrumente und Börsenhandel (FIEA), das auch für Aktien und Anleihen gilt.
Das Unterhaus hatte den Entwurf bereits zuvor verabschiedet. Die neuen Vorschriften sollen ab dem Fiskaljahr 2027 greifen. Die angepassten Steuerregeln treten voraussichtlich ab 2028 in Kraft.
Für Privatanleger ist vor allem die Steuerreform von Bedeutung.
Derzeit können Gewinne aus digitalen Vermögenswerten noch mit einem Spitzensteuersatz von 55 Prozent belastet werden. Künftig soll stattdessen ein einheitlicher Steuersatz von 20 Prozent gelten. Damit wird die Besteuerung an die von Aktien angeglichen.
Zudem dürfen Anleger Verluste bis zu drei Jahre lang mit künftigen Gewinnen verrechnen.
Das neue Gesetz bringt zugleich strengere Vorgaben mit sich.
Insiderhandel wird verboten. Auch die Weitergabe vertraulicher Informationen oder Handelsempfehlungen auf Basis nicht öffentlicher Informationen wird strafbar.
Unternehmen, die ohne Genehmigung tätig sind, müssen zudem mit härteren Strafen rechnen. Die Höchststrafe steigt von drei auf zehn Jahre Haft.
Projekte mit einem zentralen Emittenten müssen Anleger künftig bei der Ausgabe neuer Token umfassend informieren. Für Bitcoin gilt diese Pflicht nicht, weil hinter dem Netzwerk keine zentrale Organisation steht. Handelsplattformen, auf denen Bitcoin gehandelt wird, bleiben jedoch an Informationspflichten gebunden.
Nicht nur die Regierung handelt. Auch der Finanzsektor steckt erhebliche Mittel in die Blockchain-Technologie.
SBI Global Asset Management arbeitet an der Tokenisierung eines japanischen Aktienfonds. Für das Vorhaben wird in Singapur ein Fonds aufgelegt. Über die regulierte Plattform DigiFT werden digitale Anteile ausgegeben. Das eingesammelte Kapital fließt anschließend in einen japanischen Fonds, der unter anderem Aktien der SoftBank Group und der Mitsubishi UFJ Financial Group hält.
Nach Angaben von SBI könnten ausländische institutionelle Anleger dadurch künftig rund um die Uhr in einen japanischen Aktienfonds handeln, ohne an Börsenöffnungszeiten gebunden zu sein.
Die drei größten Bankengruppen Japans, Sumitomo Mitsui, Mizuho und Mitsubishi UFJ, arbeiten außerdem an einem gemeinsamen Stablecoin. Er soll vollständig durch Bankeinlagen gedeckt sein und ist für die grenzüberschreitende Liquiditätssteuerung großer Unternehmen vorgesehen.
Auch die Tokenisierung japanischer Staatsanleihen rückt stärker in den Fokus. Banken nutzen diese Anleihen häufig als Sicherheiten bei Finanztransaktionen. Werden solche Geschäfte über eine Blockchain abgewickelt, müssen Banken weniger zusätzliche Sicherheiten vorhalten. Vertreter von Mitsubishi UFJ Trust, SMBC Nikko und der Japan Exchange Group sehen darin eine effizientere Nutzung von Kapital.
SBI investiert unterdessen weiter in den Sektor. Anfang Juli führte das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 76 Millionen Dollar für die institutionelle Handelsplattform EDX Markets an. Zusammen mit der neuen Gesetzgebung zeigt sich, dass Japan Blockchain-Technologie und digitale Finanzmärkte mit Nachdruck vorantreibt.
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