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Der Einsatz von Kryptowährungen in Nepal wächst weiter, obwohl seit 2021 ein gesetzliches Verbot besteht. Dies geht aus einem neuen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor, der darauf hinweist, dass die Regierung den schnell wachsenden Kryptosektor nicht länger ignorieren kann.

Vor allem die Nutzung von Stablecoins nimmt stark zu. Diese digitalen Währungen, die an traditionelle Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind, werden zunehmend für internationale Zahlungen und Geldtransfers genutzt. Laut IWF zeigt die Entwicklung, dass ein Krypto-Verbot nicht automatisch zu weniger Nutzung führt.

Krypto-Verbot bremst Wachstum nicht

Nepal verbot 2021 alle Aktivitäten rund um Krypto. Die Zentralbank erklärte Handel, Mining und andere Kryptodienste für illegal aus Angst vor Kapitalflucht und Risiken für die finanzielle Stabilität.

Dennoch zeigen die neuesten Zahlen, dass das Verbot kaum Wirkung hatte. Während Kryptotransaktionen 2020 noch nahezu unsichtbar waren, stieg der Wert der Geldströme 2021 auf etwa 2,6 Milliarden Dollar. Dies entsprach über 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Nepal.

Nach einem vorübergehenden Rückgang nahm die Aktivität im Jahr 2024 erneut zu. Laut IWF machen Kryptoströme inzwischen etwa acht Prozent der nepalesischen Wirtschaft aus. Dabei nehmen Stablecoins einen immer größeren Anteil ein.

IWF fordert klare Regeln für Krypto

Der IWF fordert Nepal auf, das Wachstum von Krypto besser zu überwachen und letztendlich zu regulieren. Laut der Organisation bringen unkontrollierte Kryptoströme Risiken für das Finanzsystem mit sich und erschweren die Überwachung von Geldströmen.

Ein klares regulatorisches Rahmenwerk könnte laut dem Fonds Verbraucher besser schützen und gleichzeitig Geldwäsche, Betrug und die Umgehung von Kapitalverkehrskontrollen verhindern.

Damit folgt Nepal einem breiteren weltweiten Trend. Immer mehr Länder verlagern ihren Fokus vom Verbot zur Regulierung, da sich zeigt, dass die Nutzung von Krypto schwer gänzlich zu unterbinden ist.

„Technologieverbote sind machtlos”

Musheer Ahmed, Gründer des Finanzberatungsunternehmens Finstep Asia, hält es laut lokalen Medien für einen Fehler, die Blockchain-Technologie komplett zu verbieten.

Ahmed betont, dass die Diskussion nicht um die Technologie selbst, sondern um deren Nutzung geht. „Man kann Technologie nicht regulieren, wohl aber den Umgang der Menschen damit”, erklärt er.

Er weist darauf hin, dass Kryptowährungen vor allem für Handel und internationale Zahlungen beliebte Zahlungsmittel bleiben. Besonders Stablecoins gewinnen an Boden, da Transaktionen oft schneller und kostengünstiger durchgeführt werden können als über traditionelle Zahlungsnetzwerke.

Bitcoin bleibt für IWF ein heikles Thema

Die Warnung an Nepal passt zu der kritischen Haltung, die der IWF seit Jahren gegenüber Krypto einnimmt. Die Organisation ruft Länder regelmäßig dazu auf, die Risiken digitaler Vermögenswerte besser zu managen.

Ein bekanntes Beispiel ist El Salvador, das 2021 Bitcoin (BTC) als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt hat. Ende 2024 stimmte das Land Anpassungen an seiner Bitcoin-Politik zu, als Teil eines Finanzierungsdeals von 1,4 Milliarden Dollar mit dem IWF.

Dennoch bleibt die Rolle von Bitcoin innerhalb der Wirtschaft El Salvadors umstritten. Präsident Nayib Bukele sagt, das Land kaufe weiterhin täglich Bitcoin, während der IWF meint, dass die Gesamt-Bitcoin-Position der Regierung nicht weiter ausgebaut wurde.

Politische Unruhe erschwert Kontrolle

Die Diskussion über Krypto kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für Nepal. Das Land leidet weiterhin unter politischer Instabilität, nachdem massive Proteste im letzten Jahr zum Sturz der Regierung von Premierminister KP Sharma Oli führten.

Die Demonstrationen entstanden, nachdem die Regierung Dutzende von sozialen Medienplattformen verboten hatte. Viele Nutzer wichen anschließend auf dezentralisierte Alternativen aus, die schwerer zu kontrollieren sind.

Laut IWF wird die Überwachung von Krypto daher ein immer wichtigeres Thema in den Gesprächen mit den nepalesischen Behörden. Die neuesten Zahlen deuten jedenfalls darauf hin, dass sich die Diskussion nicht mehr um ein Verbot dreht, sondern zunehmend um die Frage, wie Krypto effektiv reguliert werden kann.

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