Ein LPG-Tanker, der zuvor iranische Ladungen transportierte, hat die Blockadegrenze der US-Marine, die letzten Monat eingerichtet wurde, passiert.
Der sehr große Gastanker Tara Gas überquerte am späten Dienstagabend die offizielle US-Kontrolllinie, die sich von Ras al Hadd im Oman bis zur Grenze zwischen Iran und Pakistan erstreckt. Laut Schifffahrtsdaten befindet sich das Schiff mittlerweile auf dem Arabischen Meer und fährt in südöstliche Richtung.
Amerikanische Blockadelinie wird öfter ignoriert
Seit die Vereinigten Staaten ankündigten, eine maritime Blockade rund um den Iran einzurichten, als Reaktion auf die zunehmende iranische Kontrolle über die Straße von Hormus, haben US-Kriegsschiffe mehrere Schiffe abgefangen, die die Kontrolllinie überschritten. Dennoch erweist sich die Blockade in der Praxis als nicht lückenlos. Laut Schifffahrtsdaten konnte bereits mindestens ein Öltanker den US-Kontrollen vollständig entgehen.
Der Schiffsverkehr im Nahen Osten steht seit den Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran Ende Februar stark unter Druck. Schiffe, die durch die Straße von Hormus und den Golf von Oman fahren, stehen vor widersprüchlichen Anweisungen sowohl von amerikanischen als auch von iranischen Streitkräften.
Für Reedereien und Kapitäne führt das zu großer Unsicherheit. Schiffe, die den Anforderungen einer der beiden Parteien nicht entsprechen, laufen Gefahr, abgefangen, angegriffen oder beschlagnahmt zu werden.
Tara Gas geriet bereits in den USA ins Visier
Die Tara Gas war schon zuvor bei amerikanischen Politikern und Interessenvertretern wegen angeblicher Verbindungen zum Iran aufgefallen. Das geschah noch unter dem alten Namen Gas Global.
Laut Daten der Schifffahrtsplattformen Kpler und Vortexa transportierte das Schiff Anfang Mai noch iranisches LPG. Dadurch gilt der Tanker inzwischen als ein sensibles Thema innerhalb der amerikanischen Bemühungen, den iranischen Energieexport zu begrenzen.
Das US-Zentralkommando teilte am Dienstag mit, dass seit Beginn der Blockade bereits 65 Handelsschiffe umgeleitet wurden. Zudem seien vier Schiffe von amerikanischen Truppen außer Gefecht gesetzt worden.
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