Iran hat einen neuen „Obersten Führer“ gewählt, berichten lokale Medien. Die Identität des Nachfolgers wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Ernennung erfolgt inmitten der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten, mit neuen Angriffen zwischen Iran und Israel und wachsenden Spannungen in der Golfregion.
Expertenrat wählt neuen Führer
Laut der halboffiziellen iranischen Nachrichtenagentur Mehr hat der sogenannte Expertenrat einen neuen Obersten Führer bestimmt. Dies bestätigte Ratsmitglied Ahmad Alamolhoda gegenüber den Medien.
Er nannte keinen Namen des Nachfolgers, betonte jedoch, dass „der Oberste Führer gewählt wurde“. Eine offizielle Ankündigung wird vom Sekretär des Expertenrates erwartet.
Der Expertenrat besteht aus 88 Geistlichen und hat die verfassungsmäßige Aufgabe, den höchsten Führer Irans zu wählen und seine Amtsführung zu überwachen.
Konflikt eskaliert weiter
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der Konflikt in der Region weiter eskaliert. In der Nacht von Samstag auf Sonntag führte Iran neue Angriffe mit Raketen und Drohnen in Richtung der Länder rund um den Persischen Golf aus.
Die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Saudi-Arabien und Bahrain berichteten, ihre Luftverteidigung habe mehrere Geschosse abgefangen. Iran traf jedoch eine Entsalzungsanlage in Bahrain, eine entscheidende Infrastruktur für die Trinkwasserversorgung der Region.
Israel reagierte mit Angriffen auf große Treibstoffdepots in Teheran und drohte zudem, die Elektrizitätsinfrastruktur Irans zu treffen.
Spannungen um die Straße von Hormus
Der Konflikt hat mittlerweile auch Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt. Aufgrund der Bedrohung rund um die Straße von Hormus – einer wichtigen Route für den Öl- und Gastransport – haben die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait ihre Ölproduktion gesenkt.
Normalerweise verläuft etwa ein Fünftel des weltweiten Energieexports durch diese enge Wasserstraße. Eine Störung dieser Route könnte zu steigenden Energiepreisen und neuer Inflationsdruck weltweit führen.
Iran behauptet, den Konflikt monatelang führen zu können
Iran ließ unterdessen verlauten, dass man die Kapazität habe, den Konflikt über längere Zeit fortzusetzen. Gleichzeitig versuchte Präsident Masoud Pezeshkian, die Spannungen mit den Nachbarländern zu entschärfen.
Er erklärte, dass das iranische Militär keine Länder angreifen werde, die selbst keine Angriffe auf Iran ausführen. Zugleich warnte Teheran, dass man weiterhin gegen militärische Aktionen verteidigen werde, die von anderen Ländern ausgehen.
Laut Ali Larijani, Sekretär des iranischen Nationalen Sicherheitsrates, müssen Länder in der Region verhindern, dass ihr Territorium für Angriffe auf Iran genutzt wird.
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