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Die Spannungen im Nahen Osten haben sich erneut deutlich verschärft. Iran hat in der Nacht von Freitag auf Samstag als Vergeltung für die jüngsten US-Luftangriffe einen groß angelegten Angriff auf Kuwait ausgeführt.
Dabei wurden unter anderem eine Ölanlage, ein Kraftwerk und der internationale Flughafen von Kuwait getroffen. Der Ölpreis reagierte umgehend und stieg auf den höchsten Stand seit Monaten.
Nach Angaben der kuwaitischen Behörden wurde eine Ölanlage erheblich beschädigt. Beschäftigte wurden evakuiert, mehrere Menschen verletzt. Auch die nationale Fluggesellschaft strich oder verlegte den Großteil ihrer Flüge, nachdem der Flugverkehr vorübergehend eingestellt worden war.
Zudem wurde eine Strom- und Entsalzungsanlage getroffen. Einsatzkräfte waren stundenlang damit beschäftigt, die Brände unter Kontrolle zu bringen.
Der Angriff erfolgte kurz nachdem die Vereinigten Staaten mitgeteilt hatten, in der siebten Nacht in Folge militärische Ziele in Iran angegriffen zu haben. Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurden unter anderem Radaranlagen, unterirdische Waffenlager und logistische Infrastruktur attackiert.
Die neuen Angriffe verstärken die Sorge, dass der Konflikt erneut außer Kontrolle gerät. Brentöl verteuerte sich am Freitag um rund 4,6 Prozent auf knapp 88 Dollar je Barrel, der stärkste Wochenanstieg seit April.
Anleger fürchten vor allem eine weitere Ausweitung der Kämpfe rund um die Straße von Hormus. Iran hat erneut erklärt, Schiffe müssten vor der Passage der Meerenge eine Genehmigung einholen.
Neben Kuwait wurden iranischen Medien zufolge auch US-Militärziele in Katar angegriffen. Bereits Anfang der Woche hatte Iran Angriffe auf US-Stützpunkte in Bahrain und Jordanien gemeldet. US-Medien berichteten, dabei seien mehrere amerikanische Soldaten verletzt worden.
Die neuen Angriffe setzen die ohnehin fragile Waffenruhe weiter unter Druck. Während sich die Kämpfe zunächst vor allem gegen militärische Ziele richteten, werden inzwischen auch Häfen, Energieanlagen und andere kritische Infrastruktur getroffen.
Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Mehran Kamrava von der Georgetown University geraten Iran und die Vereinigten Staaten zunehmend in eine Spirale gegenseitiger Vergeltung.
„Keine der beiden Seiten scheint eine weitere Eskalation anzustreben. Zugleich reagiert aber jede Seite auf den jeweils vorherigen Angriff. Das macht die Lage besonders gefährlich, weil inzwischen auch kritische Infrastruktur ins Visier gerät.“
Unterdessen riefen unter anderem China und Pakistan beide Seiten erneut dazu auf, die Angriffe einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
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