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Iran versucht, mehr Kontrolle über die Straße von Hormus zu erlangen. Laut Teheran müssen Schiffe künftig eine Genehmigung beantragen und eine obligatorische Versicherung abschließen, um die strategisch wichtige Seeroute passieren zu dürfen. Gleichzeitig berichteten die Vereinigten Staaten, dass in der Nacht mehr als zwanzig Schiffe die Straße erfolgreich über eine Route entlang der Küste Omans passiert hätten.

Diese widersprüchlichen Signale kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Die internationale Schifffahrt versucht abzuschätzen, ob die weltweit wichtigste Energieroute sicher genutzt werden kann und welche Regeln nach der vorläufigen Einigung zwischen den USA und Iran zur Wiederöffnung der Seestraße gelten werden.

Am Freitag nahm die Zahl der Schiffe, die mit eingeschalteten Ortungssystemen durch Hormus fuhren, erneut ab, nachdem zuvor eine Zunahme zu verzeichnen war. Das geschah unter anderem nach Berichten über eine mögliche Seemine vor der Küste Omans.

Befürchtungen über Maut in der Straße von Hormus

Für Reeder und Ölproduzenten wird ein Szenario immer konkreter: eine Maut in der Straße von Hormus. Iran gibt an, dass in Zukunft Versicherungskosten für Schiffe anfallen könnten, die die entscheidende Seeroute passieren wollen. Die obligatorische Versicherung ist derzeit noch kostenlos, doch laut der iranischen Behörde für den Persischen Golf könnte sich das später ändern.

Im selben Dokument schreibt Iran, dass Schiffe einer festen Route entlang der iranischen Küste folgen müssen. Alternative Routen seien nicht erlaubt. Damit versucht Teheran, die Kontrolle über die Passage weiter an sich zu ziehen.

Die Sorgen nehmen zu, da die Absichtserklärung mit den USA lediglich festlegt, dass die Durchfahrt für sechzig Tage kostenlos bleibt. Was danach geschieht, ist unklar. Laut einem ranghohen Beamten drängen die Verbündeten der USA, allen voran das Vereinigte Königreich, die Trump-Regierung, iranische Abgaben nicht zu akzeptieren oder zu normalisieren.

Die Schifffahrtsbranche warnt, dass eine Maut in der Straße von Hormus gegen das internationale Seerecht verstoßen könnte. Zudem fürchtet die Branche ein gefährliches Präzedenzfall. Wenn Iran damit durchkommt, könnten andere Länder bei bedeutenden Seerouten dasselbe versuchen.

Das amerikanische Zentralkommando ließ später verlauten, dass amerikanische Truppen die freie Durchfahrt in der Region weiterhin unterstützen, ohne willkürliche Anforderungen oder Hindernisse.

Mehr als zwanzig Schiffe passierten unbemerkt

Laut dem amerikanischen Zentralkommando passierten in der Nacht mehr als zwanzig Schiffe die Straße von Hormus. Dabei scheint es sich um Schiffe zu handeln, die ihre Ortungssysteme ausgeschaltet hatten, wodurch ihre Position nicht öffentlich sichtbar war. Auch vor dem jüngsten Friedensabkommen entschied sich eine zunehmende Anzahl von Schiffen, „im Dunkeln“ durch die Seestraße zu fahren, oft unter Begleitung und Schutz von amerikanischen Streitkräften.

Westliche Marineeinheiten rieten zudem am Donnerstag, die Route entlang der Küste Omans als wichtigste Passage zu nutzen. Dies deutet darauf hin, dass möglicherweise alternative Seerouten neben dem traditionellen Schifffahrtskorridor entstehen. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, Teile der zentralen Seeroute sicher zu machen, wo weiterhin von der Anwesenheit von Seeminen ausgegangen wird.

Genehmigung für jede Passage

Die iranische Behörde, die die Straße von Hormus überwacht, wurde während des Krieges gegründet, steht inzwischen jedoch unter US-Sanktionen. Irans Nachbarländer erkennen das Organ nicht an und haben Reeder aufgefordert, keine Geschäfte damit zu machen.

Für die Schifffahrtsbranche bietet das neue Dokument daher wenig Klarheit. Reeder fordern seit Tagen klare Richtlinien zur Passage durch die Seestraße, während der Ölhandel vorerst vorsichtig bleibt. Laut Schiffsmaklern und Tankereignern war die Nachfrage nach Tankern zur Ölbeladung in Häfen am Persischen Golf am Freitag weiterhin sehr begrenzt. Das ist bemerkenswert, da solche Buchungen normalerweise der erste Schritt sind, bevor der Öl-Export wieder in Gang kommt.

Gemäß den neuen Regeln müssen Schiffe im Voraus eine Genehmigung bei der iranischen Behörde beantragen. Eine Antwort erfolgt in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Die erteilte Genehmigung gilt nur für eine Durchfahrt und bleibt maximal fünf Tage gültig.

Darüber hinaus veröffentlichte Iran eine Karte mit den Routen, die es als sicher ansieht. Schiffe, die von der vorgeschriebenen Korridor abweichen, riskieren laut Teheran, eine Übertretung zu begehen.

Westliche Marineeinheiten präsentierten jedoch am Donnerstag eine eigene empfohlene Route entlang der Küste Omans. Sie teilten auch mit, dass aktuelle Karten mit den zuletzt bekannten Standorten von Seeminen auf Anfrage für die Schifffahrt verfügbar sind. Dadurch scheinen zwei konkurrierende Systeme für die Passage durch die Straße von Hormus nebeneinander zu entstehen.

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