Die Vereinigten Staaten scheinen nicht bereit, die Seeblockade iranischer Häfen schnell aufzuheben. Präsident Donald Trump will damit den iranischen Ölexport treffen und Teheran an den Verhandlungstisch zurückzwingen. Die Pattsituation betrifft nicht nur den Nahen Osten, sondern auch den Ölpreis und möglicherweise die breiteren Finanzmärkte.
Trump hält an harter Linie fest
Trump erklärte am Dienstag, der Iran befinde sich in einem „Zustand des Zusammenbruchs“. Sein Finanzminister Scott Bessent legte später nach. Seiner Meinung nach habe die amerikanische „Maximaldruckkampagne“ die iranische Inflation weiter angeheizt.
Zudem habe der Iran kaum noch Platz zur Öllagerung. Dies könnte das Land bald dazu zwingen, die Produktion herunterzufahren. Genau darauf zielt Washington ab.
Blockade als Kern der Pattsituation
Die Blockade ist inzwischen das zentrale Hindernis zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Teheran will nicht verhandeln, solange die amerikanischen Marineeinschränkungen bestehen. Auch lehnt der Iran die Wiederöffnung der Straße von Hormus ab.
Trump will die Operation jedoch erst beenden, wenn der Iran einem Friedensabkommen zustimmt. Dieses Abkommen soll den Krieg beenden, der vor über zwei Monaten begann. Der Konflikt brachte Chaos in den Nahen Osten und trieb die weltweiten Energiepreise in die Höhe.
Seit Anfang April ruht der Krieg dank eines Waffenstillstands. Dennoch bleibt die Spannung hoch. Vor allem für Anleger ist das von Bedeutung. Ein erneuter Anstieg des Ölpreises könnte Inflationssorgen schüren und Druck auf Aktien sowie risikoreiche Anlagen wie Bitcoin ausüben.
Iran kann nur noch Wochen durchhalten
Wie viel Lagerkapazität dem Iran genau noch bleibt, ist ungewiss. Das Forschungsinstitut Kpler schätzt, dass dem Land noch zwölf bis 22 Tage bleiben, bevor die Tanks voll sind.
Das stellt ein großes Problem für Teheran dar. Werden die Ölquellen zu früh stillgelegt, können sie dauerhaft beschädigt werden. Somit könnte die Blockade kurzfristig einen harten wirtschaftlichen Schlag versetzen.
Laut The Wall Street Journal hat Trump seine Mitarbeiter angewiesen, mit einer langfristigen Blockade zu rechnen. Die Zeitung beruft sich auf anonyme amerikanische Beamte. Trump sehe diesen Weg als weniger riskant an als neue militärische Angriffe oder einen vollständigen Rückzug ohne Einigung über das iranische Atomprogramm.
Für den Markt bleibt vor allem der Ölpreis entscheidend. Sollte Energie erneut teurer werden, könnte das die Inflationserwartungen anheizen.
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