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Südkoreanische Aktien erholten sich am Dienstag deutlich, nachdem Chipunternehmen am Freitag durch den weltweiten Ausverkauf von KI-Aktien stark getroffen worden waren. Die Erholung deutet darauf hin, dass Anleger den jüngsten Kursrückgang vorerst als vorübergehenden Rückschlag sehen und nicht als Zeichen dafür, dass der KI-Hype vorbei ist.
Der Kospi-Index stieg um mehr als acht Prozent und machte damit einen Teil der Verluste der letzten Tage wett. Zuvor war der Index um rund fünfzehn Prozent von seinem Rekordniveau gefallen, nachdem der Ausverkauf bei KI-Aktien auch den südkoreanischen Technologiesektor erfasst hatte.
Besonders die großen Chiphersteller zogen den Markt nach oben. Samsung Electronics kletterte um mehr als neun Prozent, während der Wettbewerber SK Hynix über vierzehn Prozent zulegte. Damit machten beide Unternehmen einen erheblichen Teil der Verluste der Vorwoche wett.
Die Erholung folgt auf eine Phase großer Unruhe rund um KI-Aktien. Am Freitag verdampften weltweit mehr als 1 Billion Dollar an Börsenwert, nachdem starke US-Arbeitsmarktzahlen die Sorgen über anhaltend hohe Zinsen verstärkten. Dadurch gerieten vor allem Technologie- und Chipaktien unter Druck.
In Südkorea traf diese Verkaufswelle besonders hart. Der Kospi gehörte in diesem Jahr zu den weltweit besten Börsenindizes dank des Enthusiasmus für KI und der Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips. Als sich die Stimmung drehte, folgte jedoch eine scharfe Korrektur. Die Abwärtsbewegung wurde zudem durch Hebelprodukte verstärkt, die Kursbewegungen verstärken. Am Montag stieg die Volatilität so stark an, dass die Börse zeitweise mit sogenannten Circuit Breakern eingreifen musste, um den Handel zu pausieren.
Lee Jongwook, Analyst bei Samsung Securities, sieht im jüngsten Kursrückgang kein Ende der KI-Rally. Er betrachtet die starken Schwankungen als Folge der aktuellen Marktdynamik und nicht als Anzeichen für eine veränderte Wachstumstrend.
„Die Volatilität hat stark zugenommen, doch das liegt an Veränderungen in der Marktstruktur und nicht an einer veränderten Zyklus“, so Lee.
Der Analyst rät daher Anlegern, ihre Positionen zu halten oder nach dem jüngsten Ausverkauf sogar auszubauen.
Auch bei Nvidia-CEO Jensen Huang klingt Optimismus durch. Er sieht in der starken Korrektur der Chipaktien vor allem eine Kaufgelegenheit für langfristige Investoren. Laut Huang ändert die Korrektur nichts an der starken Nachfrage nach KI-Chips und Infrastrukturen. Von einer bevorstehenden Blase könne keine Rede sein.
Diese Sichtweise scheint auf dem Markt zunehmend geteilt zu werden. Auch wenn steigende Zinsen vorübergehend Druck auf Technologieaktien ausüben, bleiben die Erwartungen an KI-Investitionen hoch. Große Technologieunternehmen investieren weiterhin Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und neue KI-Anwendungen.
Für viele Anleger dreht sich die Diskussion daher nicht darum, ob die KI-Welle vorbei ist, sondern ob die jüngste Korrektur ein attraktives Einstiegszeitpunkt nach den außergewöhnlichen Kursanstiegen zu Beginn des Jahres bietet.
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