Eine kryptische Äußerung von Donald Trump über einen angeblichen Whistleblower aus Venezuela sorgt für Unruhe auf der Vorhersageplattform Polymarket. Gleichzeitig verschwinden Nutzerkonten, die zuvor enorme Gewinne mit geopolitischen Vorhersagen erzielten. Gibt es Insiderhandel in der Krypto-Welt?
Trump deutet auf Verhaftung hin: „Der Whistleblower sitzt im Gefängnis“
In einem Video-Interview mit dem Wall Street Journal, aufgenommen im Oval Office, sagte Trump, dass „der Whistleblower in Bezug auf Venezuela gefunden wurde und jetzt im Gefängnis sitzt“. Weitere Details nannte er nicht, aber seine Aussage fällt mit auffälligen Ereignissen auf Polymarket zusammen.
Nutzer auf der Plattform setzten kürzlich große Summen auf politische Szenarien, die kurz darauf Wirklichkeit wurden. Ein Konto verdiente über 430.000 Dollar, indem es auf den Rücktritt des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro wettete, Stunden bevor die Nachricht bekannt wurde. Der Einsatz wurde kurz vor einer geheimen Militäraktion platziert, bei der Maduro und seine Frau in die USA gebracht worden sein sollen.
Trump fügte hinzu: „Es könnte noch andere Lecks geben, wir halten euch auf dem Laufenden.“
Polymarket-Konten verschwinden nach verdächtigen Gewinnen
Neben der „Maduro-Wette“ fiel auf, dass andere Nutzer ebenfalls beträchtliche Gewinne mit ähnlichen Einsätzen erzielten: Ein Konto gewann 75.000 Dollar, ein weiteres 145.600 Dollar. Insgesamt geht es um mehr als 630.000 Dollar Gewinn rund um ein und dasselbe geopolitische Ereignis.
Nach den auffälligen Transaktionen sind mehrere Konten spurlos verschwunden. Bemerkenswerterweise bleibt das Konto „SBet365“, das zuvor ebenfalls erfolgreich auf geopolitische Veränderungen spekulierte, aktiv. Dieser Nutzer setzt inzwischen erneut, diesmal auf einen möglichen Machtwechsel im Iran.
Behörden werden aktiv: Gesetzesvorlage gegen Insiderhandel
Die Situation führt zu wachsenden Sorgen bei Aufsichtsbehörden und Politikern. Es gibt Rufe nach einer strengeren Regulierung von Krypto-Vorhersagemärkten. Im Gegensatz zu den traditionellen Finanzmärkten, wo Insiderhandel verboten ist, operieren Plattformen wie Polymarket noch in einem rechtlichen Graubereich.
Der Abgeordnete Ritchie Torres äußerte scharfe Kritik und reichte kürzlich einen Gesetzesvorschlag ein: den Public Integrity in Financial Prediction Markets Act. Er bezeichnet es als „inakzeptabel“, dass Entscheidungsträger auf Ereignisse wetten könnten, die sie selbst beeinflussen. Sein Gesetz soll diese Möglichkeit ausschließen.
Unterdessen wachsen Plattformen wie Polymarket und Kalshi rasant. Im Dezember verzeichneten sie gemeinsam ein Handelsvolumen von über 9 Milliarden Dollar, im Vergleich zu noch 800 Millionen Dollar zu Beginn des Jahres.
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