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Indonesien hat den Zugang zu Polymarket blockiert, nachdem auf der Plattform über einen möglichen frühen Rücktritt von Präsident Prabowo Subianto spekuliert wurde. Die Regierung bezeichnet den populären Prognosemarkt als eine Form von Online-Glücksspiel und geht scharf gegen Accounts vor, die das Plattformen bewerben.

Auffällig ist, dass das Verbot aus einem Land kommt, das unter anderem durch das beliebte Bali als renommierte Destination bei Krypto-Enthusiasten und digitalen Nomaden gilt.

Polymarket unter Beschuss in Indonesien

Das indonesische Ministerium für Kommunikation und Digitale Angelegenheiten gab am Freitag bekannt, dass Polymarket im Land nicht mehr zugänglich ist. Laut der Regierung fallen Wetten auf politische Ereignisse, selbst wenn sie als ‚Prognosemärkte‘ präsentiert werden, unter illegales Glücksspiel.

Die Blockade folgte kurz nachdem in sozialen Medien eine Wette über ein mögliches frühes Ende der Präsidentschaft von Prabowo Subianto viral ging. Nutzer konnten auf verschiedene Monate setzen, in denen er möglicherweise zurücktreten könnte, darunter Mai, Juni und Dezember.

Prabowo trat erst im Oktober 2024 sein Amt an und seine Amtszeit läuft offiziell bis 2029. Dennoch sorgte die Wette schnell für Aufsehen. Das Handelsvolumen stieg auf über 38.000 Euro.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg entstand die Unruhe, nachdem Prabowo unerwartet ankündigte, dass die indonesische Regierung mehr Kontrolle über den Export wichtiger Rohstoffe erlangen möchte. Dieser Plan überraschte Investoren und schürte Bedenken über die Vorhersehbarkeit seiner Wirtschaftspolitik.

Bali bleibt beliebter Ort für Krypto-Investoren

Die harte Haltung Indonesiens gegenüber Polymarket steht im Kontrast zum internationalen Image des Landes in der Kryptowelt. Besonders Bali gilt seit Jahren als beliebte Anlaufstelle für Krypto-Unternehmer, Händler und digitale Nomaden.

An Orten wie Canggu und Ubud akzeptieren immer mehr Cafés, Coworking-Spaces und Unternehmen Krypto-Zahlungen. Auch werden regelmäßig Blockchain-Veranstaltungen und -Treffen organisiert. Viele ausländische Krypto-Investoren sehen Bali als attraktiven Standort aufgrund der vergleichsweise niedrigen Kosten und der großen internationalen Gemeinschaft.

Dennoch zeigt die indonesische Regierung häufig, dass sie hart gegen Aktivitäten vorgeht, die sie als Glücksspiel betrachtet. Präsident Prabowo hat seit seinem Amtsantritt den Kampf gegen Online-Glücksspielplattformen erheblich verstärkt.

Weltweiter Druck auf Prognosemärkte nimmt zu

Nicht nur Indonesien geht hart gegen Prognosemärkte vor. Auch in den Niederlanden sind Plattformen wie Polymarket offiziell ohne Lizenz der Glücksspielbehörde verboten. Weltweit stehen solche Plattformen zunehmend in der Kritik wegen Bedenken über Glücksspiel und Marktmanipulation.

Länder wie Taiwan, Thailand, China und Japan haben Beschränkungen eingeführt. In Brasilien und Singapur sind die Plattformen komplett verboten. Auch in den USA nimmt der Widerstand zu. Der Staat Minnesota verbot kürzlich sowohl Polymarket als auch Kalshi wegen Bedenken über Insiderhandel bei politischen Ereignissen.

Trotz eines nationalen Glücksspielverbots bleibt Online-Glücksspiel in Indonesien ein riesiger Markt. Laut dem indonesischen Financial Transaction Reports and Analysis Center wurden in der illegalen Online-Glücksspielindustrie fast 14 Milliarden Euro umgesetzt.

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