Der S&P 500 hat vermutlich bereits einen wichtigen Tiefpunkt erreicht. Das sagt Max Kettner, Chefstratege für Multi-Asset-Investments bei der HSBC, in einem Interview mit CNBCs „Squawk on the Street“. Ihm zufolge war der Schlusskurs am Montag vermutlich der vorläufige Tiefpunkt für den US-Aktienmarkt, und Anleger können nun wieder optimistisch in die Zukunft blicken.
Signale deuten auf Erholung hin
Kettner stützt diese Annahme nicht auf einen einzelnen Indikator, sondern auf eine Vielzahl von Signalen, die gleichzeitig in eine positive Richtung zeigen. Seiner Meinung nach sind Anleger mittlerweile stark abgesichert, was sich in unter anderem Put-Call-Ratios, Skew-Indikatoren, Umfragen und systematischen Positionierungen widerspiegelt.
Gerade diese Art von extrem defensiver Positionierung sieht er als klassisches konträres Kaufsignal: Wenn fast alle bereits ängstlich und abgesichert sind, erschöpft sich oft der Verkaufsdruck.
Mit anderen Worten: HSBC glaubt nicht, dass der Markt steigt, weil alle Probleme gelöst sind, sondern weil der Pessimismus bereits stark übertrieben ist. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Die Argumentation lautet etwa so:
- Anleger haben sich massenhaft gegen weitere Kursrückgänge abgesichert;
- Stimmungsumfragen zeigen viel Angst und Vorsicht;
- ein großer Teil der schlechten Nachrichten ist bereits eingepreist;
- und gerade dann entsteht oft Raum für eine Erholungsrally.
Weitere Indikatoren deuten in dieselbe Richtung
Kettner betont, dass nicht nur Absicherungszeichen, sondern auch Momentumdaten und Stimmungsumfragen nun gleichzeitig in dieselbe Richtung weisen. Er nennt unter anderem Investor Intelligence und AAII als Beispiele für Umfragen, die zeigen, dass Anleger defensiv aufgestellt sind.
Das bedeutet nicht, dass alle Risiken beseitigt sind. In anderen Zusammenfassungen seines Auftritts wird auch auf die Zinsen als größtes Risiko hingewiesen. Wenn die US-Staatsanleihenrenditen wieder Richtung 4,5 Prozent oder höher steigen, könnte dies dennoch Druck auf nahezu alle risikobehafteten Anlagen ausüben. Aber solange das nicht passiert, sieht die HSBC die Chance steigen, dass das jüngste Tief anhält.
Für Anleger ist der Kern der Aussage also, dass die HSBC meint, dass der Markt wahrscheinlich das Schlimmste hinter sich hat auf kurze Sicht, vor allem weil so viele Anleger bereits extrem vorsichtig geworden sind. Genau das ist oft der Moment, an dem der Markt positiv überraschen kann.
Häufig profitiert auch Bitcoin von solchen starken Phasen des S&P 500.
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