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Hongkong verschärft die Regeln für die Kryptobranche. Ab 2027 müssen rund 8.000 zusätzliche Kryptounternehmen und Finanzdienstleister jährlich Daten zu Kryptotransaktionen an die Steuerbehörde melden. Die Stadt will damit Steuervermeidung über Krypto eindämmen und internationale Vereinbarungen zum steuerlichen Informationsaustausch umsetzen.
Die neuen Vorgaben sind Teil des Crypto Asset Reporting Framework (CARF), eines globalen Standards, der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelt wurde.
Bislang galten die Meldepflichten vor allem für lizenzierte Kryptobörsen. Das soll sich nun ändern.
Auch Broker, Market Maker, Betreiber von Krypto-ATMs, Verwahrdienstleister sowie Unternehmen, die Krypto in reguläre Währungen tauschen, müssen sich registrieren und Daten an die Steuerbehörde übermitteln.
Nach Angaben des Abgeordneten Chan Wai-man betrifft das rund 8.000 zusätzliche Unternehmen.
Ab dem 1. Januar 2027 sind diese Unternehmen verpflichtet, jährlich Informationen über die Kryptotransaktionen ihrer Kunden weiterzugeben.
Dazu zählen unter anderem Käufe und Verkäufe von Krypto, Umtauschvorgänge in traditionelle Währungen sowie Transaktionen, bei denen ein Coin gegen einen anderen getauscht wird. Auch Kundendaten, die im Rahmen verpflichtender Identitätsprüfungen erhoben wurden, müssen gespeichert und bei entsprechender gesetzlicher Vorgabe weitergegeben werden.
Selbst Unternehmen, die in einem bestimmten Jahr keine meldepflichtigen Transaktionen abwickeln, bleiben von den neuen Regeln erfasst. Zudem müssen alle Daten mindestens sechs Jahre lang aufbewahrt werden.
Mit der Einführung des CARF schließt sich Hongkong einer wachsenden Zahl von Staaten an, die Steuerinformationen zu Krypto automatisch untereinander austauschen. Unter anderem arbeiten die Europäische Union, Singapur und Japan bereits mit vergleichbaren Regeln.
Der erste internationale Austausch von Kryptosteuerdaten ist für 2028 geplant.
Nach Einschätzung der Hongkonger Regierung schaffen die neuen Regeln mehr Transparenz und stärken das Vertrauen in die Kryptobranche. Für viele Unternehmen bedeutet das Gesetz allerdings zusätzlichen Aufwand. Vor allem kleinere Kryptofirmen werden in neue Systeme, Verwaltung und Compliance investieren müssen.
Wer die Pflichten nicht einhält, riskiert Geldbußen. Das gilt etwa für Unternehmen, die sich nicht registrieren, keine ausreichende Kundenprüfung vornehmen oder fehlerhafte Daten übermitteln.
Die Hongkonger Steuerbehörde teilte zudem mit, dass zwischen 2018 und 2025 bereits mehr als 100 Millionen Hongkong-Dollar an Steuernachzahlungen und Bußgeldern im Zusammenhang mit Krypto eingezogen wurden. Mit dem neuen Gesetz will die Stadt die Kontrolle weiter verschärfen, ohne ihren Anspruch aufzugeben, ein internationales Zentrum für digitale Vermögenswerte zu sein.
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