Interactive Brokers, ein internationaler Online-Broker mit Millionen von Kunden, ermöglicht ab sofort die Finanzierung von Anlagekonten mit Stablecoins. Kunden können rund um die Uhr Geld einzahlen, unter anderem mit USDC, welches dann nahezu sofort für den Handel auf über 170 Märkten weltweit verfügbar ist. Ist das die Zukunft des Investierens?
Schnelligkeit und Flexibilität
Interactive Brokers, das an der Nasdaq unter dem Ticker „IBKR“ notiert ist, gab gestern die Neuigkeiten in einer Pressemitteilung bekannt.
Das 1979 gegründete Unternehmen erklärt, dass „berechtigte Kunden“ ihr Anlagekonto nun mit Circle’s USDC finanzieren können. Dies ist der zweitgrößte Stablecoin auf dem Markt und eins-zu-eins an den US-Dollar gekoppelt.
Wie funktioniert das genau?
Kunden senden den Coin aus ihrer eigenen Krypto-Wallet an eine sichere Wallet, die über das Krypto-Infrastrukturunternehmen zerohash bereitgestellt wird.
Sobald der USDC empfangen wurde, wird er automatisch in US-Dollar umgewandelt und dem Anlagekonto gutgeschrieben. Laut Interactive Brokers nimmt dieser Prozess nur wenige Minuten in Anspruch.
„Die Finanzierung mit Stablecoins bietet internationalen Anlegern die Schnelligkeit und Flexibilität, die auf den heutigen Märkten erforderlich sind. Kunden können innerhalb weniger Minuten Geld überweisen und mit dem Handel beginnen, während sie gleichzeitig die Transaktionskosten senken“, so Milan Galik, CEO von IBKR.
Interactive Brokers plant eine schnelle Erweiterung des Angebots. Nächste Woche sollen auch Ripple USD (RLUSD) und PayPal USD (PYUSD) als Optionen zur Kontofinanzierung hinzugefügt werden. Damit haben Kunden mehr Auswahl, welche Stablecoin sie nutzen möchten.
Stablecoins durchbrechen das Bankenmodell
Bisher konnten Kunden ihr Interactive Brokers-Konto nur per Banküberweisung finanzieren. Meistens geschah dies über eine internationale Dollarzahlung (Wire) oder eine lokale Überweisung, die zuerst in Dollar umgewandelt wurde. Vor allem für Anleger außerhalb der USA war das umständlich.
Solche Überweisungen liefen über mehrere Banken, hatten feste Öffnungszeiten und dauerten oft ein bis drei Werktage. In einigen Ländern fielen zudem hohe Kosten an, manchmal mehrere Dutzend Dollar pro Transaktion. Wer am Freitag Geld überwies, konnte in der Praxis erst Montag oder Dienstag handeln.
Eine Stablecoin-Transaktion hingegen ist nicht von Banken abhängig, sondern von einer Blockchain, die rund um die Uhr läuft. Zunächst werden die Netzwerke von Ethereum (ETH), Solana (SOL) und Base (das Ethereum-Skalierungsnetzwerk von Coinbase) unterstützt.
So kann auch abends, am Wochenende und an Feiertagen Geld eingezahlt werden. Zudem ist es häufig um ein Vielfaches günstiger.
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