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Das Vereinigte Königreich erhöht den Druck auf russische Kryptonetzwerke. Die britische Regierung hat 18 Kryptobörsen, Zahlungsdienstleister, Banken und Einzelpersonen auf die Sanktionsliste gesetzt. Laut London haben sie Russland geholfen, internationale Handelsblockaden mit digitalen Mitteln zu umgehen.
Besonders ins Visier gerät dabei HTX. Die große internationale Kryptobörse, ehemals bekannt als Huobi, wird verdächtigt, Kapitalströme in Höhe von über 1,5 Milliarden Dollar in Richtung Russland abgewickelt zu haben.
Laut der britischen Regierung spielte HTX eine Rolle im sogenannten A7-Netzwerk. Dieses Netzwerk soll mithilfe von Krypto erhebliche Summen in die russische Wirtschaft eingeschleust haben. Laut Chainalysis beanspruchte das Netzwerk im vergangenen Jahr, sogar 90 Milliarden Dollar bewegt zu haben.
Diese Summe übersteigt die Hälfte des jährlichen russischen Militärbudgets. Damit trifft die Sanktion nicht nur den Kryptosektor, sondern auch die finanzielle Infrastruktur hinter dem Krieg in der Ukraine.
Der Verdacht gegen HTX dreht sich um Kapitalströme zu bereits sanktionierten Parteien, darunter Grinex und Garantex. Diese russischen Kryptobörsen standen schon länger unter Druck wegen ihrer vermeintlichen Rolle in illegalen Finanznetzwerken.
Ein wesentlicher Bestandteil des Netzwerks ist A7A5, ein Stablecoin, der an den russischen Rubel gekoppelt ist. Die Coin wird in Kirgisistan emittiert und läuft auf Ethereum (ETH) und Tron (TRX).
Laut Chainalysis abgewickelt A7A5 im ersten Jahr bereits über 93 Milliarden Dollar an Handelsvolumen. Ein großer Teil davon wurde über Börsen mit starken Verbindungen zu Russland durchgeführt.
Besonders Grinex spielte eine große Rolle dabei. Diese Börse war laut Chainalysis der Nachfolger von Garantex, das im März 2025 von den Strafverfolgungsbehörden stillgelegt wurde. Kurz darauf wurde Grinex selbst Opfer eines großen Hacks und dann geschlossen.
Durch die Sanktionen dürfen britische Bürger und Unternehmen keine Geschäfte mehr mit den genannten Parteien machen. Auch müssen Guthaben, die unter britische Gerichtsbarkeit fallen, eingefroren werden.
Zudem dürfen britische Finanzinstitute keine Zahlungen von oder zu den sanktionierten Unternehmen mehr abwickeln. Damit versucht London, nicht nur einzelne Parteien zu treffen, sondern vor allem die Finanzrouten, mit denen Russland Krypto nutzen kann, um Sanktionen zu umgehen.
Der Schritt folgt kurz nach strengeren europäischen Maßnahmen gegen die russische und belarussische Kryptosektor. Der Druck auf Börsen, Stablecoins und Zahlungsdienstleister mit russischen Verbindungen steigt dadurch weiter.
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