Ein Stablecoin, der laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Elliptic mit russischen Finanznetzwerken verbunden ist, die westlichen Sanktionen unterliegen, hat in weniger als einem Jahr Transaktionen im Wert von über 100 Milliarden Dollar abgewickelt. Das geht aus einem neuen Bericht von Elliptic hervor.
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die darauf ausgelegt ist, ihren Wert so stabil wie möglich zu halten. Dies geschieht meist durch die Bindung des Coins an eine bestehende Währung wie den US-Dollar. Im Fall von A7A5 handelt es sich um einen Token, der laut Elliptic entwickelt wurde, um Geldtransfers ohne das Risiko von eingefrorenen Guthaben zu ermöglichen.
A7A5 zur Reduzierung des Einfrierungsrisikos konzipiert
Elliptic erklärt, dass A7A5 Teil einer umfassenderen Struktur war, die darauf abzielte, die Auswirkungen westlicher Sanktionen zu mindern. Mit einer solchen Konstruktion konnten mit Russland verbundene Parteien Werte über Kryptomärkte verlagern und dabei verhindern, dass ihre digitalen Wallets eingefroren werden.
Der Betrag von 100 Milliarden Dollar bezieht sich auf den Gesamtwert aller A7A5-Transaktionen, die auf öffentlichen Blockchains wie Ethereum und Tron verzeichnet sind. Tom Robinson, Gründer und Chefwissenschaftler von Elliptic, spricht von der Gesamtsumme aller Transaktionen mit dem Token. Er hebt hervor, dass Elliptic nicht beurteilt, ob jede Transaktion eine separate wirtschaftliche Handlung darstellt, aber darauf hinweist, dass bei allen Transaktionen Gebühren gezahlt wurden, was darauf hindeutet, dass die Nutzer daraus Nutzen zogen.
Stablecoin diente vor allem als Brücke zu USDT
Laut der Analyse von Elliptic fungierte A7A5 hauptsächlich als Zwischenschritt zwischen dem Rubel und dem USDT von Tether, dem weltweit größten an den Dollar gebundenen Stablecoin. Dadurch konnten Nutzer Werte auf Märkte mit USDT übertragen, ohne dauerhaft mit Wallets verbunden zu sein, die von westlichen Parteien blockiert werden könnten.
Elliptic berichtet, dass die Handelsaktivitäten sich auf eine begrenzte Anzahl von Plattformen konzentrierten, darunter Börsen in Kirgisistan und projektspezifische Infrastrukturen. Dies deutet darauf hin, dass A7A5 eher ein zielgerichtetes Instrument war, als ein Stablecoin, der von privaten Nutzern breit verwendet wird.
Transaktionsvolumen sanken nach Sanktionen 2025
Elliptic beobachtete eine starke Zunahme der Aktivität von A7A5 nach dem Start Anfang 2025. In der zweiten Jahreshälfte nahm die Nutzung aufgrund strengerer Vorschriften von Börsen und Token-Emittenten ab.
Gegen Mitte 2025 verlangsamte sich die Expansion. Seit Juli gab es keine großen neuen Emissionen mehr. Auch die Transaktionsvolumen gingen von Spitzenwerten um 1,5 Milliarden Dollar auf etwa 500 Millionen Dollar zurück, so Elliptic.
Robinson nennt insbesondere die US-Sanktionen im August 2025 als Wendepunkt. Kurz darauf nahm die Verfügbarkeit von USDT-Liquidität auf der dezentralen Börse (DEX) von A7A5 erheblich ab. Dadurch verschwand laut Elliptic ein wesentlicher Vorteil: der einfache Zugang zu USDT auf der Blockchain.
Uniswap blockierte A7A5, EU verhängte Sanktionen
Im November 2025 setzte Uniswap, eine große dezentrale Kryptobörse, A7A5 auf eine Liste gesperrter Token. Der Handel über die Weboberfläche wurde dadurch unmöglich, so Elliptic.
Darüber hinaus verweist Elliptic auf Berichte von Nutzern, deren USDT-Guthaben von Börsen eingefroren wurden, nachdem diese auf Wallets zurückzuführen waren, die mit A7A5 verbunden sind.
Am 23. Oktober verhängte die Europäische Union offiziell Sanktionen gegen A7A5. Der Token wurde als ein Instrument beschrieben, um finanzielle Beschränkungen im Zusammenhang mit der russischen Kriegswirtschaft zu umgehen.
Bedeutung von Stablecoins außerhalb des Dollar-Systems
Laut Robinson zeigt die Entwicklung von A7A5, wie Stablecoins, die nicht an den Dollar gebunden sind, genutzt werden können, um Handel trotz Sanktionen zu ermöglichen. Gleichzeitig wird deutlich, wie anfällig solche Systeme sind, sobald Regulierungsbehörden und Plattformen eingreifen.
Solange der US-Dollar die Weltwirtschaft dominiert, sieht er strukturelle Grenzen für das Wachstum solcher Stablecoins. Sollte sich dies ändern, könnten laut Robinson ganz neue Möglichkeiten entstehen.
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