In der deutschen Politik ist eine bemerkenswerte Debatte entbrannt. Die rechtskonservative Partei Alternative für Deutschland (AfD) will, dass Bitcoin (BTC) in die nationalen Reserven aufgenommen wird. Damit wäre Deutschland das erste europäische Land, das die Digitalwährung offiziell als strategischen Vermögenswert anerkennt.
AfD will Bitcoin in die nationalen Reserven aufnehmen
Die AfD hat einen Antrag eingereicht, um Bitcoin offiziell als strategischen Reserve-Vermögenswert aufzunehmen. Damit könnte sich Deutschland auf einen Schlag als Vorreiter bei der europäischen Einführung digitaler Vermögenswerte positionieren.
Die AfD ist derzeit die größte Oppositionspartei in Deutschland. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 erreichte die Partei gut 20 Prozent der Stimmen und gewann letztlich 152 der insgesamt 630 Sitze im Bundestag.
Nach Ansicht der Partei bietet Bitcoin einzigartige Vorteile gegenüber traditionellen Reserven wie Gold und Fremdwährungen. Die AfD argumentiert, eine nationale Bitcoin-Reserve könne zu einer breiteren Diversifizierung der Reserven beitragen und zugleich Schutz vor der zunehmenden Inflation in der Eurozone bieten.
Dieser Kurswechsel in Deutschland ist bemerkenswert, gerade mit Blick auf die jüngste Verkaufspolitik des Landes. Im Sommer 2024 verkaufte die deutsche Regierung fast 50.000 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 58.000 US-Dollar pro Stück. Der Verkauf brachte mehr als 2,8 Milliarden US-Dollar ein, erweist sich rückblickend jedoch als teurer Fehler. Zum aktuellen Kurs von 112.700 US-Dollar wäre dieselbe Menge mehr als 5,6 Milliarden wert – ein entgangener Gewinn von über 2,8 Milliarden US-Dollar.
Interesse an Bitcoin-Reserven wächst in ganz Europa
Auch in anderen europäischen Ländern wächst das Interesse an Bitcoin als strategischem Reserve-Vermögenswert. Der Antrag knüpft an Entwicklungen in Ländern wie Frankreich an, wo ebenfalls darüber spekuliert wird, Bitcoin in die Reserven der Zentralbanken aufzunehmen. Dort hat die rechte Partei UDR einen Gesetzentwurf eingereicht, um eine nationale Bitcoin-Reserve von nicht weniger als 420.000 BTC aufzubauen. Das entspräche zwei Prozent aller Bitcoin, die jemals existieren werden.
Zudem reichte in den Niederlanden Thierry Baudet von Forum voor Democratie (FvD) kürzlich einen Antrag ein, die Digitalwährung in die nationalen Reserven aufzunehmen. Die Tweede Kamer wies den Vorschlag jedoch entschieden zurück.
In Schweden plädieren zwei Parlamentsabgeordnete der Schwedendemokraten für einen ähnlichen Ansatz. Sie wollen beschlagnahmte Bitcoin als strategische Reserve behalten und sehen BTC als digitales Gold, das vor geopolitischen Risiken schützt.
Auch die Zentralbank Tschechiens erwog Anfang dieses Jahres, bis zu fünf Prozent ihrer Reserven – rund 7 Milliarden US-Dollar – in Bitcoin zu investieren. Gouverneur Aleš Michl brachte den Vorschlag in den Vorstand der Tschechischen Nationalbank ein. Der Finanzminister sprach sich jedoch vehement dagegen aus – wegen der starken Kursschwankungen von Bitcoin.
Auf der anderen Seite des Atlantiks richteten die Vereinigten Staaten im März eine nationale Bitcoin-Reserve ein. Diese wurde kürzlich deutlich aufgestockt, nachdem das Justizministerium 127.271 BTC beschlagnahmt hatte. Damit ist die staatliche US-Reserve auf 325.283 Bitcoin angewachsen – zum aktuellen Kurs von 112.700 US-Dollar rund 36,7 Milliarden US-Dollar wert.
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