Der Goldpreis ist seit dem Tiefpunkt am 23. März um etwa 18 Prozent auf 4.824 Dollar pro Unze gestiegen. Auf dem Papier sieht das nach einem starken Comeback aus. Dennoch gibt es laut den Analysten von BeInCrypto mehrere Anzeichen dafür, dass diese Erholung schwächer sein könnte als sie scheint.
Im Hintergrund zeigt sich eine ungünstige Kombination aus Umständen. Das Handelsvolumen nimmt ab, Silber entwickelt sich besser als Gold, und Optionshändler setzen vermehrt auf einen Rückgang.
Rally fehlt Überzeugungskraft
Die erste Warnung steckt im Handelsvolumen. Seit dem Tiefpunkt Ende März hat sich Gold zwar stark erholt, doch diese Steigerung ging mit immer geringeren Volumina einher. Das ist bemerkenswert.

Normalerweise erwartet man bei einem wirklich starken Ausbruch, dass das Volumen zunimmt, sobald der Kurs wichtige Widerstandsniveaus erreicht. Dann weiß man, dass ernsthaft neues Kapital in den Markt fließt. Hier scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Der Preis steigt, doch die Begeisterung der Anleger nimmt nicht wirklich zu.
Das muss nicht zwangsläufig zu einer Umkehr nach unten führen, zeigt aber, dass diese Rally momentan auf weniger soliden Füßen steht als die Bullen hoffen würden.
Silber übernimmt die Führung
Ein zweites Signal kommt von der Gold-Silber-Ratio. Diese zeigt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um eine Unze Gold zu kaufen. Wenn diese Ratio sinkt, bedeutet das in der Regel, dass Silber besser abschneidet als Gold.
Und genau das passiert derzeit.

Das ist bedeutend, weil Silber oft besser abschneidet, wenn Anleger mehr Risiko eingehen. Gold gilt als klassische sichere Anlage. Wenn Silber also die Führung übernimmt, könnte das darauf hindeuten, dass der Markt weniger Drang verspürt, sich ausschließlich in Sicherheit zu flüchten.
Mit anderen Worten: Anleger scheinen derzeit eher die aggressivere Alternative zu bevorzugen statt des defensiven Goldes.
Optionsmarkt traut dem Anstieg nicht
Vielleicht das schärfste Warnsignal kommt aus der Optionsmarkt rund um GLD, den weltweit größten Gold-ETF. Dort ist das Verhältnis zwischen Puts und Calls in den letzten Wochen deutlich angestiegen.

Das bedeutet, dass immer mehr Händler Schutz vor einem Rückgang suchen oder sogar aktiv auf einen Rückfall spekulieren. Bemerkenswert ist, dass dies geschieht, während der Goldpreis steigt.
Diese Kombination ist interessant. Sie zeigt, dass professionelle Marktakteure dieser Rally nicht vollständig vertrauen. Sie springen nicht massenhaft auf den bullishen Zug auf, sondern bereiten sich vielmehr auf die Möglichkeit vor, dass Gold bald wieder an Boden verliert.
Diese Niveaus sind jetzt entscheidend
Technisch befindet sich Gold nun in einer entscheidenden Zone. Der Preis bewegt sich derzeit zwischen 4.751 und 4.953 Dollar. Ein Ausbruch über 4.953 Dollar würde kurzfristig mehr Stärke signalisieren, aber laut der Analyse von BeInCrypto liegt der tatsächliche Wendepunkt erst bei 5.155 Dollar.
Dieses Niveau ist wichtig, weil es mit einem bedeutenden Fibonacci-Niveau und der Oberseite des absteigenden Kanals zusammenfällt, in dem sich Gold seit Ende Januar bewegt.

Oberhalb von 5.155 Dollar ändert sich das Bild erheblich zum Positiven. Dann wird Raum frei für eine Bewegung in Richtung 5.443, 5.600 und möglicherweise sogar 5.810 Dollar.
Aber wenn Gold dort nicht durchbricht, erhalten die bearishen Signale mehr Gewicht. In diesem Fall wird ein Rückgang unter 4.751 Dollar gefährlich und 4.501 Dollar kommt als nächste Unterstützung in den Blick. Dann ist sogar eine Rückkehr zum März-Tiefpunkt um 4.097 Dollar nicht ausgeschlossen.
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