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Der Goldpreis steht heute erneut unter Druck, nachdem die Vereinigten Staaten abermals Angriffe auf Iran geflogen haben. Gold fiel um knapp ein Prozent auf rund 4.030 US-Dollar je Feinunze.

Die neue Eskalation im Nahen Osten hat den Ölpreis in den vergangenen Tagen weiter nach oben getrieben. Anleger fürchten nun, dass die Inflation wieder anzieht.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch hält oder sie im weiteren Jahresverlauf doch noch anhebt. Für Gold ist ein solches Umfeld in der Regel ungünstig.

Steigender Ölpreis schürt Inflationssorgen

Die Vereinigten Staaten haben erneut iranische Ziele angegriffen. Präsident Donald Trump kündigte an, den militärischen Druck weiter zu erhöhen, bis Iran seine Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus einstellt und die wichtige Route wieder freigibt.

Die zunehmenden Spannungen haben den Ölpreis binnen kurzer Zeit von rund 70 auf 84 US-Dollar je Barrel steigen lassen. Anleger befürchten, dass höhere Energiepreise die Inflation erneut anheizen. Dadurch könnte die Federal Reserve die Zinsen länger auf hohem Niveau halten oder sie im weiteren Jahresverlauf doch noch anheben.

Für Gold ist das üblicherweise belastend. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab und verliert daher an Attraktivität, wenn die Renditen von Anleihen steigen oder der Markt länger mit hohen Zinsen rechnet.

Niedrigere Inflationsdaten verschaffen der Fed etwas Zeit

Am Mittwoch erhielt der Markt zunächst noch eine positive Überraschung. Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) fiel niedriger aus als erwartet. Das deutet darauf hin, dass der Inflationsdruck im Juni nachließ, noch bevor die jüngste Eskalation im Nahen Osten den Ölpreis weiter nach oben trieb.

Die Daten geben der Federal Reserve vorerst mehr Spielraum zum Abwarten. Diese Atempause könnte allerdings kurz ausfallen, falls höhere Energiepreise die Inflation in den kommenden Monaten erneut anfachen.

Innerhalb der US-Notenbank gehen die Einschätzungen zudem auseinander. Einige Währungshüter halten das aktuelle Zinsniveau für angemessen, während andere Bereitschaft signalisieren einzugreifen, sollte die Inflation nicht ausreichend weiter zurückgehen.

Technisches Bild bleibt anfällig

Auch im Chart wirkt Gold angeschlagen. Der Goldpreis verlor im zweiten Quartal rund 14 Prozent, der stärkste Quartalsrückgang seit 2013. Seither bewegt sich das Edelmetall um die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze.

Goudprijs zakt richting 4.000 dollar
Goldpreis fällt in Richtung 4.000 Dollar. Quelle: TradingView

Nach Einschätzung von Li Xing Gan, Analyst bei Exness, könnte ein klarer Bruch unter dieses Niveau den Verkaufsdruck weiter erhöhen. In diesem Fall würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung der Juni-Tiefs steigen.

Vorerst achten Anleger vor allem darauf, ob der steigende Ölpreis die Inflation erneut anheizt. Solange diese Unsicherheit anhält und der Markt mit länger hohen Zinsen rechnet, dürfte eine nachhaltige Erholung bei Gold schwierig bleiben.

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