Seit Dezember war Gold eigentlich nicht zu stoppen. Aber nach einer nahezu ununterbrochenen Rally von $2600 auf $3500, tritt das Edelmetall jetzt auf die Bremse. Gold fiel in den letzten zwei Wochen um 6%. Der Grund dafür scheint die Beruhigung der Handelstarifkrise zu sein. Verhandlungen mit insgesamt 18 Ländern laufen derzeit auf Hochtouren. Das meldet Bloomberg.

Asiatische Länder geben nach

Mit noch etwas mehr als zwei Monaten auf der Uhr, arbeiten asiatische Exportländer in Windeseile an vorläufigen Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten. Länder wie Südkorea, Japan und Indien riskieren nämlich hohe ‚reziproke‘ Tarife, die bis zu 46% betragen. Für Vietnam droht beispielsweise ein Tarif von 46%, und Thailand könnte zusätzlichen Abgaben von 36% gegenüberstehen. Das Risiko: enorme Schäden an ihrem Exportsektor.

Eine vollständige Handelsvereinbarung scheint innerhalb von 90 Tagen unmöglich, daher zielen viele Länder auf vorläufige Vereinbarungen ab. So kann Präsident Trump schnelle Erfolge in seiner Handelspolitik erzielen. Vor allem Südkorea scheint nahe an einer „Vereinbarung des Verständnisses“ zu sein, mit der sie sich Zollbefreiungen vor der Frist Anfang Juli sichern wollen.

Europa und Nordamerika hinken hinterher

Im Gegensatz zu asiatischen Ländern sind europäische und nordamerikanische Handelspartner langsamer in ihrer Reaktion. Sie befürchten, dass überstürzte Abkommen gerade negativ ausfallen könnten. So warnte das Vereinigte Königreich, dass es „keine überstürzten Entscheidungen“ treffen möchte, trotz des Risikos höherer Tarife. Die Schweiz scheint jedoch vollständig mit den amerikanischen Vorschlägen mitarbeiten zu wollen.

Trump konzentriert sich nicht nur auf allgemeine Tarife. Auch spezifische Sektoren wie Autos und Metalle stehen im Visier. Vor allem Japan und Vietnam erwägen zusätzliche Zugeständnisse, wie erhöhte Importe von amerikanischen landwirtschaftlichen Produkten und militärische Ankäufe, um ihre Position zu sichern.

Vietnam, das schwer von den Tarifen getroffen wird, erwägt unterdessen den Kauf von Lockheed F-16 Kampfjets als Verhandlungsmittel. Japan ist bereit, mehr amerikanischen Mais und Soja zu importieren. Japan scheint jedoch Versuche der USA, China zu isolieren, keineswegs zu unterstützen. Japan hat nämlich wichtige Handelsabkommen mit China.

Indien zeigt sich am proaktivsten und hat mittlerweile 19 Verhandlungsthemen festgelegt, darunter E-Commerce und Landwirtschaft.

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