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Goldman Sachs-Chef David Solomon sieht derzeit mehr „Gier als Angst“ an der Wall Street. Damit bringt er das aktuelle Börsenklima prägnant auf den Punkt. Investoren kaufen weiterhin Aktien, trotz hoher Bewertungen, steigender Ölpreise und hartnäckiger Inflation.

Die Aussage fällt in eine Zeit, in der der S&P 500 Rekord um Rekord bricht. Allein im letzten Monat schloss der Index elfmal auf einem neuen Rekordniveau. Das geschah an etwa der Hälfte aller Handelstage.

Solomon zufolge steht weiterhin genügend Kapital für Unternehmen zur Verfügung, die an die Börse gehen möchten. Das ist wichtig, da sich Wall Street auf möglicherweise gigantische Börsengänge von Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic vorbereitet.

Investoren bereit zu Risiken

Solomon wurde gefragt, ob der Markt solche enormen IPOs überhaupt aufnehmen kann. Seine Antwort war eindeutig. Solange der Optimismus anhält, gibt es genügend Liquidität.

Das sagt viel über das aktuelle Sentiment aus. Unternehmen gehen an die Börse, weil Investoren bereit sind zu zahlen. Und Investoren sind bereit zu zahlen, da sie an erhebliche Gewinne durch KI und Technologie in den kommenden Jahren glauben.

Solomon sieht darin genau den Grund, warum aktuell mehr Gier als Angst herrscht. Der Markt sorgt sich weniger um Risiken und fokussiert sich verstärkt auf Chancen.

Alphabet als Prüfstein

Ein wichtiges Beispiel ist Alphabet. Der Google-Mutterkonzern kündigte an, Aktien im Wert von 80 Milliarden Dollar verkaufen zu wollen, um seine KI-Investitionen zu finanzieren.

Das ist die größte Aktienemission in dieser Kategorie. Dennoch reagierte der Markt relativ gelassen. Der Kurs fiel nur um etwa 2 Prozent.

Für Solomon ist das ein Zeichen dafür, dass Investoren weiterhin bereit sind, große Wachstumspläne zu finanzieren. Goldman Sachs war an dem Deal beteiligt und hat somit guten Einblick in die Nachfrage von institutionellen Investoren.

Wenn ein Unternehmen wie Alphabet 80 Milliarden Dollar aufnehmen kann, ohne dass der Kurs einbricht, sagt das viel über die enorme Nachfrage nach KI-Exposition aus.

KI-Rally bleibt extrem stark

Die Zahlen hinter der Rally sind beeindruckend. Der Nasdaq Composite ist seit Ende März um etwa 30 Prozent gestiegen. Insbesondere Halbleiter, Speicherfirmen und Serverhersteller treiben den Markt nach oben.

Sandisk ist in diesem Jahr sogar um 630 Prozent gestiegen. Micron gewann 265 Prozent, Dell 250 Prozent und Intel 191 Prozent. Solche Bewegungen sieht man normalerweise bei kleineren spekulativen Aktien, nicht bei großen Unternehmen. Dies zeigt, wie extrem der KI-Hype mittlerweile geworden ist.

Optimismus kann schnell kippen

Dennoch warnt Solomon davor, dass das Marktsentiment schnell kippen kann. Gier kann rasch in Angst umschlagen, insbesondere wenn die Erwartungen zu hoch werden. Das haben wir in der Vergangenheit auch oft bei Bitcoin (BTC) gesehen.

Das ist das große Risiko dieses Marktes. Solange KI-Gewinne überraschen, können die Aktien weiter steigen. Aber wenn Investoren an den Erträgen all dieser KI-Investitionen zweifeln, kann die Stimmung schnell kippen.

Der Markt preist derzeit vor allem eine Zukunft ein, in der KI enorme Produktivitätsgewinne liefert, Unternehmen ihre Margen weiter erhöhen und die Wirtschaft stark bleibt. Dieses Szenario kann eintreten, aber die Messlatte liegt mittlerweile hoch.

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