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Die Kursanstiege des Goldpreises nehmen mittlerweile extreme Ausmaße an. Für 2026 wurde bereits ein Anstieg von 28,50 Prozent verzeichnet, und im vergangenen Jahr hat sich der Wert von Gold verdoppelt. Bedeutet dieser Anstieg das Ende des US-Dollars, oder handelt es sich bei Gold lediglich um einen Hype?

Solche Kursanstiege verleiten schnell zu weitreichenden Schlussfolgerungen. Es ist verlockend zu behaupten, dass wir am Ende der amerikanischen Währung stehen, zumal Gold für viele Anleger als Schutz vor Geldentwertung dient.
Betrachtet man nur den außergewöhnlichen Anstieg des Goldpreises in US-Dollar, so erscheint diese Annahme plausibel. Dennoch ist es derzeit noch zu früh, um daraus zu schließen, dass die Weltreservewährung strukturell in Schwierigkeiten steckt.
Würde dieser Kursanstieg tatsächlich den Beginn des Endes des US-Dollars markieren, müsste sich dies auch auf dem Anleihemarkt zeigen. In einem solchen Szenario würden Anleger höhere Zinsen auf US-Staatsanleihen verlangen, um das nachlassende Vertrauen in die Kaufkraft des Dollars auszugleichen.
Diese Entwicklung ist derzeit nicht zu beobachten. Im Gegenteil: Die Rendite auf 10-jährige US-Staatsanleihen lag in den Jahren 2023, 2024 und 2025 höher als heute, im Jahr 2026. Dabei war der Hype um Gold damals deutlich geringer ausgeprägt als heute.

Wir können daher zurückhaltend schlussfolgern, dass der extreme Teil des Kursanstiegs bei Gold vor allem durch den Hype und die Goldgräberstimmung und weniger durch fundamentale Entwicklungen getrieben wird.
Dennoch gibt es durchaus grundlegende Faktoren, die für Gold sprechen. Die jüngsten Kursanstiege sind nicht ausschließlich auf den Hype zurückzuführen, sondern werden zum Teil durch die zunehmende geopolitische Unsicherheit und wachsender Zweifel an der Rolle der Vereinigten Staaten beeinflusst.
Das Vertrauen in die USA als unangefochtener Weltpolizist nimmt ab. Daher entscheiden sich immer mehr Anleger dafür, den Schwerpunkt ihres Portfolios ganz oder teilweise aus den Vereinigten Staaten zu verlagern.
Stattdessen wenden sie sich unter anderem Gold zu: einem politisch und wirtschaftlich unabhängigen Vermögenswert. In einer Welt, in der niemand genau weiß, wie die Machtverhältnisse morgen aussehen werden, wird diese Neutralität immer wertvoller.
Genau darin liegt die Stärke von Gold. Für Edelmetalle spielt es nämlich keine Rolle, ob China oder die Vereinigten Staaten die dominierende Weltmacht der Zukunft sein werden. Bei Investitionen in Unternehmen wie Apple oder Tesla sieht das grundlegend anders aus.
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