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Der Goldpreis erlitt am Freitag einen schweren Rückschlag. Er fiel auf das niedrigste Niveau des Jahres 2026 und verlor in einer Sitzung über 3 Prozent. Damit wurden die Gewinne des Jahres mit einem Schlag zunichtegemacht.
Der Auslöser war der starke US-Arbeitsmarktbericht. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten schuf im Mai 172.000 Arbeitsplätze, fast doppelt so viele wie von Analysten erwartet. Diese Zahl veränderte sofort die Zinserwartungen. Der Dollar stieg, die Anleiherenditen zogen an und der Markt begann erneut, ernsthaft mit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve zu rechnen.

Gold zahlt keine Zinsen. Dadurch wird es weniger attraktiv, wenn die Anleiherenditen steigen. Anleger können dann auf sichere US-Staatsanleihen ausweichen, die Renditen bieten.
Genau das geschah nach dem Arbeitsmarktbericht. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember stieg laut den gelieferten Daten auf 68 Prozent. Das ist eine deutliche Kehrtwende. Zu Beginn des Jahres 2026 rechnete der Markt noch mit drei Zinssenkungen. Mittlerweile hat sich das Bild völlig gewandelt und es wird eine Zinserhöhung eingepreist.
Das starke Beschäftigungswachstum gibt der Federal Reserve mehr Spielraum, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Solange der Arbeitsmarkt stabil bleibt, muss die Zentralbank weniger befürchten, dass höhere Zinsen unmittelbar eine Rezession auslösen.
Die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, sagte bereits, dass die Zentralbank möglicherweise schnell eingreifen muss, um die Inflation wieder in Richtung 2 Prozent zu bringen.
Das hilft zu erklären, warum Gold so stark gefallen ist. Nicht nur die Zinserwartungen änderten sich, sondern auch die Geschichte hinter dem Markt. Die Anleger wechselten von „Zinssenkungen stehen bevor“ zu „die Fed könnte erneut die Zinsen anheben“.
Dennoch werfen große Investmentbanken ihre positiven Erwartungen für Gold nicht über Bord. Goldman Sachs hält an einem Kursziel von 5.400 Dollar bis zum Jahresende fest. JPMorgan sieht sogar Potenzial für 6.000 bis 6.300 Dollar. Die Deutsche Bank peilt 6.000 Dollar an und UBS 5.900 Dollar.
Das bedeutet, dass diese Banken ausgehend von den aktuellen Niveaus immer noch ein Aufwärtspotenzial von 23 bis 44 Prozent sehen. Das ist bemerkenswert, insbesondere nach einem so starken Rückgang.
Der Grund dafür ist, dass sich ihre Goldprognosen nicht nur um die Federal Reserve drehen. Die strukturelle Nachfrage nach Gold bleibt nach Ansicht dieser Banken stark. Zentralbanken kaufen weiterhin Gold. Vor allem nicht-westliche Länder wollen weniger abhängig von Dollarreserven werden. Dieser Prozess ist nicht durch einen einzigen Arbeitsmarktbericht verschwunden.
Zudem bleibt eine geopolitische Risikoprämie in Gold bestehen. Die Spannungen um den Iran, die Straße von Hormus, die Handelspolitik und der allgemeine Wandel im globalen Währungssystem stützen die Nachfrage nach sicheren Reserven.
Alles scheint sich derzeit um künstliche Intelligenz zu drehen. Wer nicht mitzieht, verliert nach Ansicht des Kolumnisten den Anschluss.
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